Buxtehude/Metzingen Die Siegesserie ist gerissen

Im Blickpunkt der gegnerischen Abwehrversuche: Metzingens deutsche A-Nationalspielerin Shenia Minevskaja (re.) erfreute sich besonders aufmerksamer Bewachung in Buxtehude. Fotos: Eibner
Im Blickpunkt der gegnerischen Abwehrversuche: Metzingens deutsche A-Nationalspielerin Shenia Minevskaja (re.) erfreute sich besonders aufmerksamer Bewachung in Buxtehude. Fotos: Eibner
ALEX/EB 13.01.2014
Die Serie ist gerissen, Platz drei in der 1. Bundesliga aber wurde verteidigt: Trotz einer ordentlichen Vorstellung unterlagen die Metzinger Handball-TusSies gestern beim Buxtehuder SV knapp mit 25:27 (12:15).

Für Gastgeber Buxtehuder SV war es ein wichtiger Heimsieg, der die Norddeutschen im Kampf um einen Play-Off-Rang unter den ersten sechs Teams zunächst von den größten Sorgen befreit, nachdem durch zwei Pleiten in Folge die Alarmglocken bei den Handballerinnen aus der Metropolregion Hamburg schon geläutet hatten. Für die Metzinger TusSies ändert die Niederlage nichts an der herausragenden Platzierung, die den Ermstälerinnen Aufmerksamkeit in allen Teilen Deutschlands beschert. Hinter dem Thüringer HC und dem HC Leipzig bleiben die Pink-Ladies gegenwärtig die dritte Kraft im Lande.

Dass die Metzinger Erfolgsserie von fünf Siegen in Folge nun bei einem Gegner, der ebenso wie die zuletzt in Metzingen besiegten Oldenburgerinnen seit Jahren zu den deutschen Spitzenteams gehört, riss, war gerecht. Beim Buxtehuder SV funktionierten am gestrigen Nachmittag wieder Spielabläufe, die zuletzt ins Stocken geraten waren. Extrem gewarnt waren die Norddeutschen vor der Bundesliga-Toptorjägerin Shenia Minevskaja, die zwar auch gestern zehn Torerfolge bejubelte, aber "nur" sechs Mal aus dem Feld erfolgreich war. Die Deckungsmaßnahmen gegen die überragende Metzinger Werferin griffen teilweise, die Taktik von BSV-Trainer Dirk Leun ging auf.

"Zuerst einmal sind wir alle sehr erleichtert. Die letzten Tage waren nicht einfach für uns. Der Schlüssel war, dass wir endlich mal gut ins Spiel gekommen sind, wir haben unser taktisches Konzept in der Deckung in der ersten Viertelstunde sehr gut umgesetzt. Dann haben wir nachgelassen, aber damit müssen wir in unserer derzeitigen Verfassung einfach rechnen. Wir haben gegen Metzingen im Angriff kein Glanz und Gloria gespielt, was angesichts der Verunsicherung klar war. Aber meine Mannschaft hat sehr viel Herz und Moral gezeigt und diesen Sieg als Team erzwungen. Wir wissen, dass es nur noch schwere Spiele für uns gibt und wir tun gut daran, den Weg, den wir gegen die TusSies gegangen sind, weiter zu beschreiten", ließ Leun verlauten.

Ein Pluspunkt beim BSV war die Tatsache, dass nicht nur eine Werferin als Torschützin klar herausragte. Die Tore verteilten sich bei Buxtehude gleichmäßiger als bei den TusSies. Erfolgreichste Werferinnen für die Niedersächsinnen waren Friederike Gubernatis (7/4), Jana Stapelfeldt (5) und Josephine Techert, immerhin drei Treffer steuerten Ulrika Ägren und Randy Bülau bei. Zur Spielerin des Tages wurde BSV-Regisseurin Randy Bülau gekürt.

Für die TuS Metzingen traf einmal mehr Shenia Minevskaja (10/4) am häufigsten, es folgten Linksaußen Ina Großmann (4 ) und Rückraumspielerin Milica Covic (3).

Wie erwähnt: Buxtehude fand im Gegensatz zu den letzten Partien gut ins Spiel. Das variable Deckungssystem gegen die starke TuS-Offensive und Toptorjägerin Shenia Minevskaja ging auf. Nur wenige Bälle fanden den Weg zum BSV-Tor und da stand mit Antje Lenz erneut ein starker Rückhalt zwischen den Pfosten. So führte die gastgebende Mannschaft von Coach Dirk Leun nach zehn Minuten mit 5:1. Dank einer disziplinierten Leistung hatte diese Führung bis zum 11:5 (22.) Bestand. Immer wieder brachte die BSV-Regisseurin Randy Bülau ihre Mitspielerinnen in gute Wurfposition, vor allem Josephine Techert nutzte die Freiräume und erzielte in dieser Phase all ihre vier Treffer.

Dann leistete sich der BSV eine kleine Schwächephase, die Metzingen nutzte, um auf 13:11 (28. Minute) heranzukommen. Ein Doppelschlag von Jana Stapelfeldt und Friederike Gubernatis brachte jedoch die erneute Vier-Tore-Führung. Den letzten Treffer der ersten Hälfte erzielte Minevskaja mit einem platzierten, direkt verwandelten Freiwurf ins linke untere Eck (15:12).

Nach Wiederanpfiff hielt Buxtehude den Vorsprung zunächst. Friederike Gubernatis und Ulrika Ägren trafen bei einem Gegentor von Metzingens zweitbester Werferin In Großmann (17:14).

Nach vier torlosen Minuten kam die Zeit der TusSies, die mit drei Toren in Folge erstmals ausgleichen konnten (17:17, 38.). Von da an entwickelte sich vor den 1300 Zuschauern in der Halle Nord ein an Spannung kaum zu überbietender Schlagabtausch: Der BSV legte immer wieder vor, doch Metzingen konterte prompt. Zwar lagen die Hausherrinnen stets in Front, konnten sich aber nicht vorentscheidend absetzen. Erst ein durch die starke BSV-Torhüterin Antje Lenz parierter Minevskaja-Wurf 60 Sekunden vor Spielende brachte beim Stand von 27:25 die Vorentscheidung zugunsten des Buxtehuder SV, der die verbleibende Zeit clever herunterspielte und nach dem Abpfiff den so wichtigen Heimsieg bejubeln durfte.

TuS-Trainer Alexander Job gratulierte fair: "Glückwunsch an Buxtehude, der Sieg ist absolut verdient. Man merkte dem BSV die Verunsicherung an, aber wir haben das diesmal nicht für uns nutzen können. Ich bin dennoch stolz auf das, was meine Mannschaft auch in Buxtehude geleitet hat. Wir alle sind froh, dass es derzeit bei uns so gut läuft und wir werden weiter daran arbeiten, in dieser Saison noch einmal nach Buxtehude zu den Meister-Play-Offs kommen zu dürfen."

Pech für die TusSies: Neuzugang Bernadett Temes, diesmal 15 Minuten im Einsatz, schied kurz vor der Pause an der Hüfte verletzt aus.

SPLITTER & STIMMEN & SPIELMODUS
 

So spielten sie

Buxtehuder SV: Lenz, Gronemann - Deen (1), Ägren (3), Hoekstra (1), Bülau (3), Limberg, Lamp (1), Gubernatis (7/4), Stapelfeldt (5), Oldenburg (1), Techert (4), Kaiser, Hayn (1), Lembke.

TuS Metzingen: Hesel, Lengyel - Engel, Mößinger, Balogh (2), Covic (3), Kubasta (2), Stefani (1), Minevskaja (10/4), Orban-Smideliusz (1), Großmann (4), Padutsch, Beddies, Temes (2).

Siebenmeter: 4/5 (Gubernatis 4/5) - 4/5 (Minevskaja 4/5).

Zeitstrafen: Deen/2, Ägren, Techert - Minevskaja/2, Orban-Smideliusz, Temes.

Schiedsrichter: Ronny Dedens/Nico Geckert (Magdeburg).

Zuschauer: 1300.