Egal ob die Ränge in den Hallen voll oder leer sind, im Tor der deutschen Handballer wird sich erst mal gar nichts ändern.

Wenn der neue Bundestrainer Alfred Gislason am Freitag (18.00 Uhr/ARD) beim Testspiel gegen die Niederlande sein Debüt gibt, wird er in Magdeburg auf das Gespann Andreas Wolff/Johannes Bitter setzen.

Rückkehrer Silvio Heinevetter ist zwar im Training dabei, muss sich aber hinter dem bei der vergangenen Europameisterschaft überzeugenden Duo anstellen. „Alfred wird natürlich allen Spielern eine Chance geben. Aber ich glaube, dass er Baustellen, die er nicht aufmachen muss, erst mal nicht aufmacht“, sagte Bitter der Deutschen Presse-Agentur.

Es gibt auch keinen Grund dazu. Mit bislang 284 Paraden in dieser Saison führt der 37-Jährige vom TVB Stuttgart die entsprechende Statistik der Handball-Bundesliga mit großem Abstand an. Seine Quote abgewehrter Bälle von 29,4 Prozent zählt ebenfalls zu den besten. Er habe Heinevetter bereits gesagt, „dass Jogi Bitter und Andi Wolff die ersten zwei Torhüter sind“, berichtete Gislason zuletzt.

„Aber dass er auch infrage kommt, wenn er im Club mehr spielt.“ Weil das in der Hinrunde nicht oft der Fall war, hatte Gislasons Vorgänger Christian Prokop bei der EM auf Heinevetter verzichtet. Mittlerweile kommt der 35-Jährige bei den Füchsen Berlin aber wieder regelmäßig zum Einsatz.

„Er hat besondere Fähigkeiten und seinen eigenen Stil, Silvio kann den Gegner zur Verzweiflung bringen“, sagte Gislason. Der 60-jährige Isländer lässt Heinevetter die Tür zum Qualifikationsturnier im April in Berlin sowie zu den angepeilten Olympischen Spielen im Sommer in Tokio einen Spalt weit offen. Das ändert aber nichts daran, dass sich im Normalfall gar nichts ändern wird.

Denn auch Wolff liefert als Kapitän des polnischen Spitzenclubs KS Kielce regelmäßig starke Leistungen ab. Zudem hatten Wolff und Bitter bei der EM auch auf persönlicher Ebene harmoniert. Der sehr ehrgeizige Wolff hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, wie gut es ihm mit dem Weltmeister von 2007 im Gespann gefällt.

Sollten Wolff und Bitter sich also nicht verletzen oder einen überraschenden Leistungseinbruch erleben, sind sie auch für das Olympia-Qualifikationsturnier gesetzt. Die Spiele in Tokio könnten für Bitter der krönende Schlussakt einer langen und kurzzeitig unterbrochenen Karriere im Nationaltrikot werden.

Eigentlich hatte der Routinier seine DHB-Laufbahn schon nach der WM 2011 aus persönlichen Gründen ruhen lassen, anschließend war er nur für die Play-offs zur WM 2015 kurzzeitig zurückgekehrt - bis Prokop ihn für die Europameisterschaft im vergangenen Januar nominierte. Und weil Bitter nicht nur mit seinen Leistungen in der Hauptrunde, sondern auch als Führungsspieler eines an Führungsspielern nicht gerade reichen Teams überzeugte, ist er aktuell kaum noch wegzudenken.

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