Wissenswertes Die deutschen Handballer starten die Titeljagd

Sebastian Schmid 12.01.2018

Zwei Jahre nach dem Sensationssieg reist die deutsche Handball-Nationalmannschaft als Titelverteidiger zur Europameisterschaft nach Kroatien. Dort wollen die Bad Boys unter dem neuen Bundestrainer Christian Prokop ihre Erfolgsgeschichte fortsetzen.

Das Turnier Zum zweiten Mal nach 2000 ist Kroatien EM-Ausrichter. 16 Teams kämpfen in insgesamt 48 Partien um den Titel, der am 28. Januar in der 15 200 Zuschauer fassenden Arena Zagreb vergeben wird. Für Deutschland geht es dieses Mal „nur“ um die Titelverteidigung. Als Co-Gastgeber (zusammen mit Dänemark) ist die DHB-Auswahl für die WM im kommenden Jahr gesetzt. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 ist erst bei der EM in zwei Jahren möglich.

Der Modus Die Vorrunde wird in vier Vierergruppen gespielt, aus denen die jeweils drei besten Teams in die Zwischenrunde einziehen. Die Punkte gegen die ebenfalls für die Zwischenrunde qualifizierten Teams werden mitgenommen. Die zwei besten Mannschaften der zwei Gruppen der Zwischenrunde ziehen ins Halbfinale ein.

Das deutsche Team Vor zwei Jahren waren die Erwartungen angesichts der Ausfälle einiger Leistungsträgern nicht sehr hoch. Dieses Mal hat Bundestrainer Christian Prokop jedoch alle wichtigen Akteure an Bord und konnte es sich sogar leisten, Europameister Finn Lemke zuhause zu lassen – was für Diskussionen sorgte. Für Patrick Wiencek, der 2016 selber verletzt fehlte, ist klar: „Ich denke, dass die Mannschaft besser ist als vor zwei Jahren.“ Angesichts der Breite im Kader ist ein neuerlicher Titelgewinn nicht unrealistisch. Das Überstehen der Vorrunde ist Pflicht.

Der Trainer Für Christian Prokop ist es das erste Turnier als Bundestrainer. Seine erste Bewährungsprobe hat der 39-Jährige mit der EM-Qualifikation ohne Punktverlust jedoch bereits erfolgreich gemeistert. Der Ex-Bundesliga­spieler hat beim DHB einen Fünfjahresvertrag, soll das Team also auch bei der Heim-WM 2019 und bei den Olympischen Spielen 2020 zu einer Medaille führen. Eine anspruchsvolle Aufgabe.

Die Favoriten „Spanien, Dänemark, Schweden, Frankreich, Norwegen, Slowenien, die Isländer, wenn sie ins Laufen kommen, und Gastgeber Kroatien“ zählt Andreas Wolff zu den Titelanwärtern und merkt angesichts dieser Liste an, dass „das Favoritenfeld nicht klein ist“. Islands Trainer Geir Sveinsson hat noch einen weiteren Kandidaten: „Für mich ist klar, dass Deutschland ein riesiger Favorit auf den Titel ist.“
Die Gruppe C Deutschland kann sich über die Vorrundengegner nicht beschweren. Auftaktgegner Montenegro hat bei drei EM-Teilnahmen noch nie einen Punkt geholt, und auch Mazedonien um Superstar Kiril Lazarov ist international kein Schwergewicht. Hauptkonkurrent um den Gruppensieg dürfte der WM-Dritte Slowenien sein. Das Team von Trainer Veselin Vujovic ist so etwas wie der Lieblingsgegner der deutschen Mannschaft. Bei der WM 2015, der EM 2016, Olympia 2016 und in der Qualifikation zur EM 2018 trafen beide Teams bereits aufeinander – stets mit dem besseren Ende für die DHB-Auswahl. In der Zwischenrunde würden in Varazdin die drei besten Teams aus der Gruppe mit Spanien, Dänemark, Ungarn und Tschechien auf Deutschland warten.

Die TV-Situation Anders als bei den Weltmeisterschaften der vergangenen Jahre, als die deutschen Spiele nicht bei den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen waren, sind ARD und ZDF dieses Mal mit an Bord und zeigen alle Partien des Titelverteidigers live. Los geht es morgen mit dem Auftaktspiel gegen Montenegro im ZDF (ab 17.05 Uhr). Die ARD zeigt die beiden weiteren Vorrundenspiele gegen Slowenien und Mazedonien. Alle EM-Spiele ohne deutsche Beteiligung werden live im Internet auf www.handball-deutschland.tv übertragen.

Der Spielplan des Turniers vom 12. bis 28. Januar