Heim-WM Deutsche Handballer vor Brasilien-Spiel im Stimmungshoch

Handball-Bundestrainer Christian Prokop saß mit einem Dauergrinsen im Gesicht bei der Pressekonferenz auf dem Podium. Foto: Soeren Stache
Handball-Bundestrainer Christian Prokop saß mit einem Dauergrinsen im Gesicht bei der Pressekonferenz auf dem Podium. Foto: Soeren Stache © Foto: Soeren Stache
Berlin / Von Eric Dobias und Nils Bastek, dpa 11.01.2019

Bundestrainer Christian Prokop saß mit einem Dauergrinsen im Gesicht auf dem Podium und amüsierte sich köstlich über die flotten Sprüche von Torwart Silvio Heinevetter.

Nach dem gelungenen Start in die Heim-WM herrschte bei Deutschlands Handballern vor dem zweiten Vorrundenspiel gegen Brasilien am Samstag (18.15 Uhr/ZDF) in Berlin prächtige Stimmung, der auch die Causa Tobias Reichmann nichts anhaben konnte.

„Bei dem Schneechaos im Süden bist du aus den USA schneller wieder hier als aus Italien“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning und erstickte damit die Debatte über den Florida-Trip des aussortierten Europameisters von 2016. Und Prokop stellte klar: „Meine gesamte Energie gilt den 16 Mann, die hier sind. Alles andere ist irrelevant.“

Die Botschaft war unmissverständlich: Nichts soll die Konzentration auf die Partie gegen Brasilien stören. „Da stellt sich eine ganz andere Aufgabe. Die Brasilianer werden versuchen, ihre physische Überlegenheit auszuspielen“, sagte Prokop. „Aber wir wissen um unsere Stärke und wollen weiter Schwung für das Turnier aufnehmen.“

Bei dem erwarteten Fight setzen die Prokop-Schützlinge wie schon beim lockeren 30:19 gegen Korea zum Auftakt auf die lautstarke Unterstützung der Fans. „Es war eine super Atmosphäre. Da war schon ein bisschen Pipi in den Augen“, sagte Heinevetter im Rückblick. Auch Kapitän Uwe Gensheimer war angetan von der Kulisse, stellte aber fest: „Da geht noch mehr.“ Das sieht Torwart Andreas Wolff genauso. „Ich kann es kaum erwarten, wenn wir ein Spiel Spitz auf Knopf erleben werden, wie dann die Stimmung über 60 Minuten sein wird.“

13 500 Zuschauer in der ausverkauften Arena und mehr als sechs Millionen vor den TV-Geräten versetzten die DHB-Auswahl zum WM-Start in ein Stimmungshoch. „Für mich ist es ein Stück weit überraschend, dass es gleich solche TV-Quoten gab. Das zeigt, dass die Euphorie da ist und Handball funktioniert“, sagte Hanning. „Wir sind mehr als glücklich. Das ist alles sehr zufriedenstellend.“

Diese Euphorie soll mit einem Sieg gegen Brasilien weiter geschürt werden. Doch die deutsche Mannschaft ist gewarnt. Denn in den Reihen des Rivalen vom Zuckerhut stehen zahlreiche Spieler, die in europäischen Topligen ihr Geld verdienen. „Das ist schon ein richtig guter Gegner“, befand Rechtsaußen Patrick Groetzki.

Zehnmal standen sich beide Teams bisher gegenüber, nur einmal verlor die DHB-Auswahl - 2016 bei den Olympischen Spielen. „Ich kann mich noch gut an die Niederlage in Rio erinnern“, sagte Gensheimer. „Dieses Mal wollen wir es auf heimischem Boden besser machen.“

Vor allem athletisch kommt auf die deutsche Mannschaft Schwerstarbeit zu, denn die Brasilianer pflegen ein sehr körperbetontes Spiel. Das könnte vor allem in der Abwehr zum Problem werden, weil die Schiedsrichter bei dieser WM eine ganz konsequente Linie fahren. „Darauf müssen wir uns einstellen“, sagte Abwehrstratege Hendrik Pekeler. „Das Schubsen mit ausgestrecktem Arm wird rigoros bestraft. Da müssen wir sauberer verteidigen.“

Besonders ankommen wird es dabei auf das Zusammenspiel der Abwehr mit dem Torhütergespann Wolff/Heinevetter, das sich sowohl in der WM-Vorbereitung als auch im Eröffnungsspiel gut ergänzte. „Es kommt darauf an, dass immer einer gut drauf ist“, sagte Heinevetter. Die verschiedenen Abwehrsysteme hätten bisher gegriffen, was den 34-Jährigen zuversichtlich stimmt. „Wenn wir unsere Leistung zeigen, muss uns nicht bange sein.“

Dieses Gefühl hat auch Prokop. „Wir wollen Stufe für Stufe nach oben gehen“, formulierte er das Ziel. Den Freitagabend wollte er gemeinsam mit Co-Trainer Alexander Haase zur Beobachtung der kommenden Gruppengegner nutzen. Die Mannschaft war sich über die Freizeitgestaltung dagegen noch uneins. „Es ist fifty-fifty, ob wir Dschungelcamp oder Handball gucken“, scherzte Heinevetter und hatte die Lacher damit auf seiner Seite.

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