Mit schrillen Outfits fällt Bob Hanning immer wieder auf. Am Rande der Handball Weltmeisterschaft sieht man den DHB-Vizepräsidenten mit bunten Protz-Pullis. Er wird der Harald Glööckler des Handballs genannt.

„Er ist immer bereit für spektakuläre Aktionen“

Der extravagante Modegeschmack von Bob Hanning entlockt Andreas Michelmann nur ein Schmunzeln. „Wenn du die A-Seite haben willst, musst du auch die B-Seite mitnehmen“, sagt der Boss des Deutschen Handballbundes über das schräge Outfit des von ihm geschätzten Vizepräsidenten Leistungssport. Viel wichtiger ist Michelmann die Feststellung: „Er hat den Handball extrem nach vorn gebracht und wird dies auch weiter tun.“ Die bunten und sündhaft teuren Pullover, die Hanning bei seinen öffentlichen WM-Auftritten trägt, sind in diesen Tagen der Hingucker und das wohl am meisten diskutierte Thema abseits des Parketts. Hanning polarisiert dabei - genauso wie er das in der Handballszene schon immer getan hat. „Er ist immer bereit für spektakuläre Aktionen und prescht gerne mit neuen Ideen nach vorn. Egal, ob die Leute das gut finden oder nicht. Meine Aufgabe ist es dann, den Laden zusammenzuhalten“, sagt Michelmann in einem Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. Hanning ist sich seiner Außenwirkung bewusst und setzt diese gekonnt ein.

Pullover sollen dem DHB-Team helfen

Während seine Handballkollegen schlicht Hemd und Anzug tragen, greift Bob Hanning lieber zu auffälligen Mustern. Eine größere Geschichte stecke allerdings nicht dahinter. Durch die Auffälligkeit nimmt es aber Druck von der Mannschaft und dem Trainer

Dass es im deutschen Handball so gut läuft, liegt aber nicht nur an den schrägen Outfits. Der nur 1,68 Meter große Macher zieht im Verband die Fäden, seit er 2013 das Amt angetreten hat. „Wenn ich seine Rolle mit einer Spielerposition erklären würde, dann wäre das Aufbau und Kreis. Er dirigiert und geht in die Spitze“, sagt Michelmann. Sein Vorrangiges Ziel: Den Handball professioneller und populärer machen. Dazu sind ihm alle Mittel recht. „Er ist absolut handballverrückt, sehr erfolgsorientiert und sehr empathisch gegenüber denen, die Leistung bringen wollen“, charakterisiert Michelmann den 50-Jährigen. „Und er ist natürlich extrovertiert.“

Auch eine negative Schlagzeile ist eine Schlagzeile

Kritik ficht Hanning jedoch nicht an - zumindest vermittelt der Funktionär in der Öffentlichkeit diesen Eindruck. Zum Teil zieht er sie sogar bewusst auf sich. Getreu dem Motto: Auch eine negative Schlagzeile ist eine Schlagzeile.

Das Spiel mit den Medien beherrscht Hanning perfekt - auch bei der Heim-WM. Kaum hatte er Bayern-Profi Franck Ribéry in der Goldsteak-Affäre kritisiert, erschien er zur deutschen Auftakt-Pressekonferenz im auffälligen Versace-Pulli. Der Handball war schon vor dem WM-Anpfiff in aller Munde.

Böse Zungen behaupten, Hanning tue das aus Selbstzweck. Er selbst sieht sich bei allem, was er tut, im Dienst des Handballs. Unbestritten ist, dass Hanning stets mit Herzblut bei der Sache ist. „Unser Sport ist bodenständig, nahbar, manchmal mit etwas Gold besetzt in den Pullovern, ansonsten auch ganz chic“, sagt Hanning mit einem Augenzwinkern über seine Lieblingssportart.

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