Es ging nichts mehr beim VfL Pfullingen, zumal auch Micha Thiemann pausieren musste. Der Akku war im letzten Saisonspiel leer - aber so schwach wollte man sich nicht verabschieden. VfL-Trainer Till Fernow sagte: "Wir wollten, es ging aber nichts mehr, es funktionierte nicht. Ich habe es ja auch mit der 3:2:1-Abwehr versucht, aber Vorgaben wurden nicht eingehalten, da gab es Löcher und Lücken, das war so nicht vorgesehen."

Der VfL Pfullingen hat die letzten sechs Spiele nicht gewonnen, aber das Hauptziel Klassenerhalt wurde früh erreicht - das muss man auch sehen. Der Gast war hochmotiviert, setzte alles um. Torwart Kovacin hielt 19 Bälle, die beiden VfL-Keeper zwölf. Auch ein Grund.

Der VfL warf zu hektisch, zu schnell, hatte technische Fehler, vergab Freie - das war nix. Die Pfälzer zeigten, was man von einem Abstiegskandidaten erwarten durfte. Sie waren bissiger, schneller, haben sich mit diesem Sieg gerettet. Kornwestheim muss runter, Haßloch in die Relegation, Oftersheim und Pforzheim-Eutingen steigen auf.

Trainer Stefan Bullacher: "Nach 21 Jahren Trainer beim SVZ gehe ich nach Hochdorf. Ich übergebe eine Drittliga-Mannschaft, unsere Fans sind super, auch das faire Publikum in Pfullingen trug zur Super-Atmosphäre bei. Hier zu spielen ist wunderbar." Der Gast zog auf 6:3 und 7:4 weg. Der VfL tat sich schwer, lag in der Pause 12:15 zurück.

Die Wöschler-Brüder setzten Akzente, nach der Pause zeigte Zweibrücken eine konzentrierte Leistung: 14:18 aus VfL-Sicht, dann 18:23, der VfL kam nicht mehr heran, hatte nicht mehr die Kraft und Konzentration: 20:25, 21:27 und 24:31 - es war die höchste VfL-Heimniederlage. Hans-Georg Finkbohner, Handball-Chef, sah es so: "Es gibt eine momentane Enttäuschung, aber wir hatten das einzige Ziel Klassenerhalt, das haben wir relativ früh geschafft - das zählt. Wir sind der Realität näher gekommen, hoffen in der neuen Saison auf Shooter Wittlinger."

Pfullingens Finkbohner bilanziert: "Wir spielten ja ohne den besten Torschützen Klingler, dazu lange ohne Drei: Möck, Wolf und Keupp. Das muss man sehen, das Team wuchs zusammen, war ein starkes Kollektiv. Wir haben ein Konzept, ein neues Ziel und das heißt nicht nur Klassenerhalt. Wir wollen die Plätze sechs bis acht anpeilen, nicht Elfter werden wie jetzt. Um unser neues Ziel zu erreichen, brauchen wir aber ein vollzähliges Team."

Lukas List wurde mit 141 Toren bester VfL-Schütze vor Micha Thiemann, der 127 mal einlochte. SVZ-Coach Bullacher bedankte sich für die überragende Unterstützung: 250 kamen aus der Pfalz, verwandelten die App-Halle in ein Tollhaus. Fernow meinte: "Das Gästeteam hat sich nach schwachem Beginn zurückgekämpft, die haben es verdient, drin zu bleiben. Wir bleiben ebenfalls in der Liga, das war unser einziges Ziel vor Saisonbeginn. Wir sind jetzt enttäuscht, wollten uns anders von unseren tollen Fans verabschieden, es ging nichts."

Der langjährige Marketing-Chef Wolfgang Silver wurde ebenso verabschiedet wie Co-Trainer Patrick Eichinger (bleibt dem VfL erhalten) und Luis Sommer, der zum TSV Neuhausen/Fildern in die Baden-Württemberg Oberliga wechselt.

Spiel-Statistik

VfL Pfullingen: Schlipphak, Tölke - Schliedermann, Sommer, Klusch (2), Breckel (5), Hipp (2), Jabot (2), Möck (2), Friedrich (2), Hertwig (1), Hiller (2), List (6/4).

SV Zweibrücken: Kovacin - Hammann (6), Denk (6), Bach, T. Zellmer (3), Enders (1/1), N. Wöschler (4/1), B. Zellmer (2), Grieser, A. Wöschler (6/1), Bayer (3).

Zuschauer: 1100

Schiedsrichter: Brentrup, Elischer (Kuchen, Giengen)

Zeitstrafen: VfL acht Minuten, SV zehn.

Siebenmeter: List vergibt wie Enders einen.