Balingen Defensiv-Probleme kosten den HBW einen Zähler

Als klarer Favorit waren Martin Strobel (im Bild) und seine Teamkollegen in die Anhalt-Arena gekommen. Gegen den Dessau-Roßlauer HV kamen die Schwaben aber nicht über ein Unentschieden hinaus.
Als klarer Favorit waren Martin Strobel (im Bild) und seine Teamkollegen in die Anhalt-Arena gekommen. Gegen den Dessau-Roßlauer HV kamen die Schwaben aber nicht über ein Unentschieden hinaus. © Foto: Eibner
Balingen / Larissa Bühler und Christoph Richter 25.09.2017

So hatte man sich das beim HBW Balingen-Weilstetten nicht vorgestellt. Beim Dessau-Roßlauer HV wurde der Absteiger seiner Favoritenrolle nicht gerecht, kam am Ende nur zu einem 28:28-Unentschieden.

Die Erwartungen, die HBW-Trainer Runar Sigtryggsson am Sonntag an seine Mannschaft stellte, waren klar – ebenso bewusst war sich der Isländer jedoch auch, dass die Aufgabe in Sachsen-Anhalt keine leichte werden würde. Und genau das bewahrheitete sich schon in den ersten Minuten. Die „Beavers“ erwischten zunächst den besseren Auftakt. Der DRHV startete mit einer kompakten Abwehr und im Angriff lief der Ball wie gewohnt schnell durch die Reihen. Der erste Treffer der Partie ging zwar auf das Konto von Gregor Thomann, die Gastgeber schafften jedoch wenig später den Ausgleich. Zunächst lag der Vorteil dann aber kurzzeitig noch weiter auf Seiten des HBW. Kapitän Martin Strobel, Thomann und Tim Nothdurft brachten dem Favoriten eine 4:2-Führung (7. Minute). Dann aber gerieten die Schwaben aus dem Tritt.

Bei Dessau-Roßlau zeichnete sich mehrfach Keeper Philip Ambrosius aus und auch vorne lief es. „Dessau war im Angriff klar besser“, erkannte auch Sigtryggsson an. Mit einem 3:0-Lauf drehten die Hausherren den Spielstand. Bis zum 6:6 durch Valentin Spohn schafften die „Gallier von der Alb“ noch zweimal den Ausgleich, dann setzte sich der DRHV mit einem weiteren 3:0-Lauf ab (9:6/18.). Sigtryggsson reagierte, brachte Marouèn Maggaiz für den bis dato eher glücklosen Tomas Mrkva. Den Lauf der „Beavers“ konnte er damit aber nicht stoppen. Zwar egalisierten Thomann (2) und Strobel nochmals, das Momentum lag aber klar aufseiten des Außenseiters. Der witterte die Chance auf die Sensation und gab alles. Mit Erfolg. Libor Hanisch erhöhte kurz vor der Pause zum 14:10, Christoph Foth verkürzte in letzter Sekunde noch zum 11:14-Pausenrückstand.

Nach dem Wiederanpfiff steigerte sich der HBW, konnte im Gegensatz zu vielen vorangegangenen Spielen diesmal den Rückstand aber so schnell nicht drehen. Anders Dessau-Roßlau. Der DRHV hatte zuletzt seine Leistung in den Heimspielen nicht immer über die gesamten 60 Minuten abgerufen, doch diesmal schien es anders. Das Team von Uwe Jungandreas spielte weiterhin sehr konzentriert. Der HBW nahm nun jedoch Torjäger Vincent Sohmann in Manndeckung und brachte damit das Spiel der Gastgeber zum Stocken. Beim 15:17 durch Dadi Runarsson schien die Wende greifbar (39.) – doch während Dessau wieder davonzog, verlor der HBW Matthias Flohr durch eine rote Karte.

Johannes Wasielewski stellte in der 44. Minute auf 21:17. Eine anschließende kurze Schwächephase der „Beavers“ nutzte Balingen-Weilstetten aber eiskalt aus. „Wir haben das im Angriff dann besser gelöst, hatten im zweiten Durchgang eine Wurfquote von 80 Prozent“, so Sigtryggsson. Drei Treffer von Thomann und einer von Lars Friedrich brachten den Ausgleich (21:21/47.). Jungandreas brachte nun Phil Döhler, der in einer hektischen Schlussphase seinen Vorderleuten mehrfach Sicherheit gab. Als Marek Vanco in der 55. Minute zum 27:25 traf, waren sich die Zuschauer in der Anhalt-Arena schon siegessicher – doch Balingen-Weilstetten kam erneut zurück und ging in den letzten 30 Sekunden sogar erstmals seit der Anfangsphase mit 28:27 selbst in Führung. Letzter Angriff für Dessau in Unterzahl. Jungandreas nahm noch einmal eine Auszeit. Und nun waren nur noch drei Sekunden auf der Uhr. Wasielewski kam an den Ball und hämmerte ihn direkt zum 28:28 in den Winkel.