TVN Das vielversprechende Quartett im starken Kollektiv des TVN

Mike Pracht, normalerweise beim TVN II am Ball, gefiel am Freitag in der „Ersten“ beim Husarenstreich gegen die RN Löwen II.
Mike Pracht, normalerweise beim TVN II am Ball, gefiel am Freitag in der „Ersten“ beim Husarenstreich gegen die RN Löwen II. © Foto: Eibner
Neuhausen / Sebastian Buck 29.10.2017
Handball, 3. Liga: Beim TVN-Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen II mischen vier Feldspieler aus der zweiten Mannschaft mit und steuern sieben Treffer bei.

Es war ein nicht ganz alltägliches Spiel am Freitagabend, das der TV Neuhausen gegen die Rhein-Neckar-Löwen II mit 30:29 gewinnen konnte. Denn neben den beiden Verletzten Tim Keupp und Nick Witte war auch noch Karl Toom weg. Der junge Este verweilte mit seiner Nationalmannschaft in Bosnien und gewann am Samstag das zweite Spiel mit 29:25. Das Problem: In den Planungen zur Spielverlegung war wegen unglücklicher, unerwarteter Reaktionen von Seiten der Neckar-Neckar Löwen etwas schief gegangen, weshalb auch noch die Portugiesen Mario Laurenco und Quentin Abadie  sowie der Keeper Adrian Lombes-Birkenheuer am Pool statt auf der Platte waren. So kam es also, dass sich die beiden Trainer Anel Mahmutefendic und Markus Bühner (TVN II) zusammensetzten und nach Auswegen suchten. Glücklicherweise ließ es der Spielplan des TVN II zu, dass Keeper Kai Augustin, die Flügelflitzer Mike Pracht und Daniel Jungel sowie die Rückraumasse Stefan Bodechtel und Patrick Euchner helfend einspringen konnten. Das Feldspieler-Quartett gehört nämlich zum Grundgerüst der jungen Württembergligatruppe, ebenso ist Kai Augustin gemeinsam mit Toni Lutter im Kasten gesetzt. Ein Verzicht auf alle fünf im Spielbetrieb wäre schwer möglich gewesen.

TVN-II-Werfer treffen sieben Mal

Doch so kam es, dass die vier Ballwerfer aus der zwei Klassen tieferen Württembergliga mitwirken konnten (lediglich Augustin kam nicht zum Einsatz) am umkämpften Heimsieg gegen die Junglöwen ­– und zwar mit sieben Toren. Mike Pracht, der in der zweiten Mannschaft derzeit prächtig in Form ist, netzte vier Mal ein, Daniel Jungel zwei Mal und Stefan Bodechtel fand ein Mal die Maschen, noch dazu in einer äußerst wichtigen Phase. „Die Jungs gehören ja auch zum erweiterten Kader und trainieren ein Mal pro Woche bei der ersten mit“, erklärt TVN-II-Coach Markus Bühner die Umstände der Hilfsaktion. Pracht blickte am Samstagabend entspannt wie immer auf die Erfahrung 3. Liga zurück, konstatierte aber: „Das ist schon was Anderes, gerade körperlich und spielerisch. Auch in der Halle ist die Stimmung intensiver als bei unseren Heimspielen, das macht einiges aus. Trotzdem lief es gut, aber der Sieg wurde natürlich mit der ganzen Mannschaft geholt.“

Bühner: „Jungs können lernen“

Markus Bühner, der mit seiner Württembergliga-Truppe am Sonntag beim SV Fellbach antrat und mit 19:37 regelrecht unterging, hat und hatte nie ein Problem mit dem Aushilfsjob seiner Männer: „Im Gegenteil, die können da alle was lernen und es freut mich, dass Anel meinen Jungs so vertraut und direkt voll einsetzt. Das zeigt mal wieder, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Teams funktioniert.“ Stolz sei er schon auch auf seine Spieler, wie sie sich in der rauen Drittligaluft behauptet hätten, meint Bühner abschließend. Doch für das Quartett ging es im gewohnten Kollektiv nahtlos weiter, am Sonntag in Fellbach. Dort gab es keinerlei Grund zum Jubeln, sondern eine deftige Abfuhr. Irre Handballwelt.

In der Landesliga wird an Allerheiligen gespielt

In der Handball-Landesliga, Staffel 2, welcher der TV Neuhausen in der Vorsaison entwachsen und in die Württembergliga aufgestiegen ist, wird am Mittwoch gespielt. Der TSV Grabenstetten empfängt in seiner Falkensteinhalle die HSG Baar am 1. November um 17 Uhr. Seit der Saison 2015/2016 gehen die TG Schura, der TV Talheim und die TG Trossingen unter dem Namen HSG Baar auf Punktejagd und haben sich als Aufsteiger am 4. Spieltag die ersten Punkte auf der Habenseite erspielt. Mit ihren torgefährlichen Angreifern haben sie den Spitzenplatz der erzielten Tore nach sechs Spieltagen inne, nämlich 174.