TusSies Neuzugang aus der Champions-League für die TusSies

Dorina Korsos wird die nächsten beiden Spielzeiten für die TuS Metzingen bestreiten.
Dorina Korsos wird die nächsten beiden Spielzeiten für die TuS Metzingen bestreiten. © Foto: Champ Sport
Metzingen / Wolfgang Seitz 29.03.2017

Es gibt Transfers, mit denen nicht einmal derjenige rechnen kann, der sie am Ende tätigt. So passiert ist es TuS-Manager Ferenc Rott im Fall von Dorina Korsos. „Es war sehr überraschend, dass sie plötzlich auf den Markt kam.“ Und weil man eine Klassespielerin dort nicht einfach stehen lässt, hat der Ungar sofort zugeschlagen und seine Landsfrau nach Metzingen  geholt.

Die 22-Jährige hat nicht nur Weltklasseniveau sondern auch den großen Vorteil dort zu spielen, wo Rott noch Bedarf sah: Linksaußen. „Ich hatte da ehrlich gesagt schon ein bisschen Bauchweh. In den letzten Jahren war Ina Großmann immer mal wieder verletzt, jetzt fehlt Celine Michielsen als Alternative. Dass Györ diesen Deal eingeht, ist einfach phantastisch.“

Trotz ihrer erst 22 Jahre kann Dorina Korsos Erfolge vorweisen, von denen viele andere ein ganzes Handballleben lang nur träumen. Bereits vier Mal konnte sie die ungarische Meisterschaft und den ungarischen Pokal sowie zwei Mal die EHF-Champions-League gewinnen.

Korsos begann mit sechs Jahren das Handballspielen in ihrer Heimatstadt Kecskemét. Im Jahr 2011 wurde sie Torschützenkönigin in der zweiten ungarischen Liga. Im Jahr darauf wechselte sie zu Györi Audi ETO KC, einem der besten Handball-Clubs der Welt, ganz besonders bei den Frauen.

Die schnelle Außenspielerin durchlief alle ungarischen Auswahlmannschaften und gewann bei der Juniorenweltmeisterschaft im Jahr 2013 die Silbermedaille.

Während ihrer Zeit in Györ, wo sie sogar Ehrenbürgerin ist, entwickelte sie sich zu einer starken Verteidigerin, die vor allem in der 5:1-Abwehr auf der vorgezogenen Position überzeugt. Die Ehrung zur besten Abwehrspielerin in der Champions-Leaque-Saison 2014/2015 unterstreicht dies. Damit wird dem neuen TuS-Trainer Rene Hamann-Boeriths die Entscheidung vielleicht leichter gemacht, welche Deckungsvariante er neben der 6:0 einstudieren will – zumal es auch noch andere pinke Indianerinnen für die Einser-Position gibt.

„Ich wollte schon immer ins Ausland wechseln und eine andere Art des Handballspiels ausprobieren. Metzingen ist eine perfekte Möglichkeit für mich und ich denke, dass ich mich hier verbessern und einiges dazulernen kann. Ich hoffe, dass ich dem Team helfen kann und mich zu einer stabilen Spielerin entwickeln werde. Zusammen mit dem Team möchte ich jedes Spiel gewinnen, da ich es einfach liebe, zu gewinnen“, so die ambitionierte Ungarin.

„Dorina wird uns im Angriff wie auch in der Abwehr verstärken und bringt trotz ihres jungen Alters schon viel Erfahrung mit. Sie ist hoch motiviert und wird uns noch mehr Flexibilität verleihen, was uns für unsere Gegner noch unberechenbarer machen wird“, betont TuS-Manager Ferenc Rott.

In Györ hat die Ungarin noch bis 2020 einen Vertrag, wird aber für die nächsten beiden Spielzeiten nach Metzingen ausgeliehen. Langfristig plant Györ mit ihr, da Korsos aber aktuell einen Kreuzbandriss auskuriert und erst im Juni wieder voll einsatzfähig ist, erhofft sie sich, in Metzingen schneller wieder Spielpraxis sammeln zu können. In Györ ist Anita Görbicz, ehemalige Welthandballerin, derzeit auf links unterwegs.

In Metzingen bildet die Ungarin mit Katharina Beddies und Ina Großmann ein Trio auf Linksaußen, wobei sie früher auch schon als Spielmacherin brillieren konnte. Sollte dann am Kreis ein Problem auftauchen, ist dort Katharina Beddies eine Option.

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass die Vertragsverlängerungen von Beddies und Großmann noch nicht vermeldet wurden. In Bälde wird dies der Fall sein – sobald die Damen ihre Kontrakte unterschrieben haben.

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