Spannender könnte der Abstiegskampf in der Baden-Württemberg-Oberliga der Handballer kaum sein: Zwei Spiele vor Saisonende können von den 16 Mannschaften immer noch sechs absteigen. Und nur einer von diesem Sextett kann überhaupt nur das rettende Ufer erreichen. Denn die Mannschaften auf den Rängen 13 bis 16 müssen auf jeden Fall den Gang in die Württembergliga antreten, und der zwölfte Platz berechtigt zur Relegation – sofern nicht drei baden-württembergische Teams aus der 3. Liga nach unten kommen.

Die beste Ausgangsposition nach dem vergangenen Wochenende haben der SV Remshalden (11.) und der TSV Blaustein, der sich mit einem souveränen 28:21-Erfolg gegen den Tabellen-14. TSB Gmünd wacker auf dem Relegationsplatz hält. Dabei war das, was die Blausteiner da vor 550 heimischen Zuschauern in der Lixsporthalle ablieferten, auf jeden Fall viertligareif.

Wie schon bei der knappen Niederlage gegen Topteam Willstätt eine Woche zuvor (22:24) funktionierte die offensive 3:2:1-Deckung einwandfrei. „Dadurch hatten wir deren treffsichersten Schützen, Aaron Fröhlich, gut im Griff“, analysierte TSV-Trainer Tim Graf. Über den 14:10-Halbzeitstand gingen die Blausteiner einem ebenso lockeren wie wichtigen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten entgegen.

Rapp am Ellenbogen verletzt

Allerdings blieb diese Erfolgsmeldung wieder nicht ohne ein großes Aber: Eine Viertelstunde vor Schluss verletzte sich eine der Stützen im Team, Patrick Rapp, nach einem groben Foul von TSB-Mann Christian Waibel am Ellenbogen und musste ins Krankenhaus. Zunächst gab es zwar Entwarnung, ob der wichtige Rückraumspieler aber den Rest der Saison zur Verfügung steht, ist noch völlig offen.

Dabei geht Graf davon aus, dass sein Team beide noch ausstehenden Spiele gegen Schlusslicht Deizisau und den Tabellensiebten TV Plochingen gewinnen muss, um den Klassenerhalt am 5. Mai zu sichern. „Erst dann feiere ich mit meinen Spielern den Saisonabschluss“, sagte der Coach in Anspielung darauf, dass die Abteilungsleitung die offizielle Feier bereits im Anschluss ans letzte Heimspiel am kommenden Samstag (19.30) angesetzt hat.

TSG vergibt zu viele Chancen

Von Sorgen wie diesen ist Lokal- und Ligarivale TSG Söflingen geschützt und konnte beim Tabellennachbarn TuS Steißlingen eigentlich befreit aufspielen. Dennoch tat sich das Team von Noch-Trainer Gabor Czako in der Fremde schwer und vergab beim 29:31 aus Söflinger Sicht viel zu viele hochkarätige Möglichkeiten. Auch zur Pause war die TSG Söflingen, die Ende dieser Woche ihren neuen Trainer vorstellen will, schon knapp mit 12:13 hinten gelegen.

„Der Wille war da, aber wir haben zu viele Chancen liegen gelassen“, lautete demnach auch das Resümee von TSG-Sportchef Markus Brodbeck. Dennoch bleibt das Saisonziel der Söflinger, die letzten beiden Spiele in Neckarsulm und gegen die SG Pforzheim/Eutingen zu gewinnen, um die Spielzeit in der oberen Tabellenhälfte abzuschließen.

Die Torstatistik der Oberligisten


TSV Blaustein: Frey 8/2, Behr, Werner je 5, C. Spiß, Rapp je 2, Hoßfeld, Weiler, Wieja, Ruhland je 1.

TSG Söflingen: Kraft 7, Dürner 6/4, N. Hadzic, Hofmann je 4, Wowra, Eberhardt, Krasovec je 2, Schaaf, Hartmann je 1.