Frauen-Handball Beutel will Ausstieg ohne Abstieg

In der Rückrunde wirft sich Adriane Hendlmeier nach beendetem Auslandssemester wieder für die FSG Donzdorf/Geislingen ins Getümmel. Trainer Hans-Jürgen Beutel gesteht ihr Eingewöhnungszeit zu.
In der Rückrunde wirft sich Adriane Hendlmeier nach beendetem Auslandssemester wieder für die FSG Donzdorf/Geislingen ins Getümmel. Trainer Hans-Jürgen Beutel gesteht ihr Eingewöhnungszeit zu. © Foto: Thomas Madel
Geislingen / Thomas Friedrich 23.12.2017
Die Oberliga-Handballerinnen der FSG Donzdorf/Geislingen erwartet nach solider Vorrunde viel Arbeit zum Klassenverbleib.

Ein Teil der Arbeit ist getan, der weitaus schwerere steht noch bevor. Mit 10:16 Punkten haben die Oberliga-Handballerinnen der FSG Donzdorf/Geislingen eine solide Vorrunde auf Platz neun abgeschlossen, bei nur zwei Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsplatz wartet noch eine ganz harte Rückrunde, in der die FSG bei den meisten Mitkonkurrenten auswärts ran muss.

Hans-Jürgen Beutel ist mit der Ausbeute „angesichts der Umstände“ zufrieden. Der FSG-Trainer musste schon vor Saisonstart auf Torjägerin Corinna Godina verzichten, die ein Kind erwartet. Im Lauf der Saison fielen zudem mit Sarah Redieck und Marilena Costanzo zwei weitere Stammkräfte verletzt aus, Jessica Siehler verabschiedete sich zum Studium nach Bayreuth und auch Anita Mangold fehlt schon seit einigen Wochen. Für die komplette Rückrunde muss Beutel auch noch auf Kristin Engelmann verzichten

Der FSG-Trainer steht daher nicht nur vor einem qualitativen Problem, schon das Training leidet am Mangel an Masse. Der Coach musste auf manche Spielformen verzichten, weil zum Ein­üben schlicht zu wenig Personal zur Verfügung stand. Immerhin hat Sabrina Clement ihren handballerischen Ruhestand unterbrochen und steht zumindest für Heim- und nahegelegene Auswärtsspiele zur Verfügung. Die während der Runde verpflichtete Carmen Rubio-Gomez erwies sich als die erhoffte Verstärkung, trainiert wegen Schichtarbeit aber auch nicht regelmäßig.

In der am 13. Januar beginnenden Rückrunde setzt die FSG auf zusätzliches Personal. Adriane Hendlmeier hat ihr Auslandssemester abgeschlossen und steigt wieder ein. Um an ihre alte Leistungsstärke heranzukommen, gesteht ihr Beutel eine gewisse Anlaufzeit zu. „Sie wird ein Weilchen brauchen“, fürchtet er. Dasselbe gilt für zwei talentierte A-Jugendliche von der HSG Deizisau/Denkendorf. Von Marcia Sedlaczek und Jaqueline Kube erwartet Beutel nur, dass sie der Mannschaft „punktuell helfen“.

Zum Klassenverbleib dürfte die FSG noch mindestens so viele Punkte brauchen wie sie in der Vorrunde geholt hat. Dazu zählten drei Siege in letzter Sekunde mit einem Tor Differenz. Das Glück aus diesen Partien verrechnet Beutel mit dem Verletzungspech und kommt so auf einen Duselsaldo von plusminus null. Bislang holte die FSG alle Zähler in eigener Halle, in der Rückrunde kreuzen dort überwiegend Spitzenteams auf. Um drinzubleiben, muss Donzdorf/Geislingen weiter die direkten Duelle gewinnen, diesmal aber in der Fremde.

Beutel will am Saisonende nicht als Absteiger gehen. Nach dann zweieinhalb Jahren hört er als FSG-Trainer auf. Bis dahin steht noch ein zähes Ringen um die Ligazugehörigkeit an. Von 14 Mannschaften steigen mindestens drei ab, womöglich werden es sogar vier. Letzteres fände Beutel „abartig, das wäre ja fast ein Drittel“. Auf seine Mannschaft wartet eine „schwierige Rückrunde“, in der die FSG „kämpferisch alles aufbieten“ muss. Auch um dem Trainer den Abschied zu versüßen.

Zu- und Abgänge im Winter

Zugänge: Adriane Hendlmeier (zurück nach Auslandsstudium), Marcia Sedlaczek, Jaqueline Kube (beide HSG Deizisau/Denkendorf A-Jugend).
Abgänge: Kristin Engelmann (Sportpause).

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