Göppingen Berliner Mauer nicht zu überwinden

Der ehemalige Berliner Kreisläufer Kresimir Kozina, hier beim Siebenmeter, war noch der beste Göppinger beim 19:33-Debakel in der Hauptstadt. Der Kroate traf sieben Mal.
Der ehemalige Berliner Kreisläufer Kresimir Kozina, hier beim Siebenmeter, war noch der beste Göppinger beim 19:33-Debakel in der Hauptstadt. Der Kroate traf sieben Mal. © Foto: Eibner
Göppingen / Wolfgang Karczewski 16.04.2018
Die personell Frisch-Auf-Profis kassierten bei den Füchsen die höchste Saisonniederlage. Mit dem 19:33 war man gut bedient.

Die Zahlen sprechen Bände: Ganze sechs Tore erzielten die Handballer von Frisch Auf Göppingen in der ersten Hälfte des Bundesligaspiels gestern Nachmittag bei den Füchsen Berlin – Saisonnegativrekord. Mit 19:33, also mit 14 Toren Differenz, gingen die Grün-Weißen in der Hauptstadt unter – Saisonnegativrekord. Kein Wunder, dass Gästecoach Rolf Brack nach der herben Pleite von der „schlechtesten Leistung, seit ich bei Frisch Auf Göppingen Trainer bin“ sprach.

Die ersatzgeschwächten Göppinger agierten im Angriff ideenlos und prallten bei ihren Offensivbemühungen immer wieder an der Berliner Mauer ab. Dabei wurden vor allem die beiden verletzten Spielgestalter Tim Kneule und Allan Damgaard schmerzlich vermisst. „Man hat gemerkt, wie extrem wichtig die beiden für unser Angriffsspiel sind“, bemerkte Brack. Außerdem scheiterten die Frisch-Auf-Werfer gleich reihenweise an Nationaltorwart Silvio Heinevetter, der einen Sahnetag erwischte und vor allem im ersten Durchgang die Gäste zur Verzweiflung brachte.

Bereits zu Beginn stellte der Champions-League-Kandidat die Zeichen auf Sieg. Nach einer 5:2-Führung (8.) zogen die zielstrebigen Berliner mit einer 7:1-Serie bis zur 16. Minute auf 12:3 davon. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt war die Begegnung ­entschieden. Auch eine Auszeit von Göppingens Trainer Brack beim Stand von 9:3 brachte nicht den gewünschten Erfolg – im ­Ge­genteil, denn nachdem der Coach Torwart Primoz Prost ­herausnahm und mit einem ­siebten ­Feldspieler agieren ließ, kas­sierte Frisch Auf innerhalb kürzester Zeit zwei Gegentreffer ins leere Tor.

Auch andere taktische Kniffe wie das Umstellen auf eine 5:1-Abwehr oder das Spiel mit einem zweiten Kreisläufer führten nicht zum gewünschten Erfolg. Die Berliner zogen ihr Ding  konsequent durch und führten beim Sei­tenwechsel bereits uneinholbar mit 17:6. Es war der bislang höchste Pausenrückstand in dieser ­Spielzeit.

„Die erste Halbzeit hat extrem wehgetan“, bekannte Brack. Im zweiten Abschnitt konnten die Göppinger den Abstand in etwa halten, was vor allem daran lag, dass Bracks Gegenüber Velimir Petkovic ab der 40. Minute munter durchwechselte und der zweiten Garde reichlich Einsatzzeit gab. Dennoch drohte Frisch Auf beim Stand von 16:32 in der 56. Minute eine historische Niederlage. Doch drei Treffer von ­Kresimir Kozina, mit 7/3 Toren bester Werfer der Partie, Anton Halén und Daniel Fontaine bei ­einem Gegentor von Bjarki ­Elisson sorgten für ein bisschen Er­gebniskosmetik bis zum 33:19-­Endstand.

Frisch-Auf-Trainer Brack hofft nun darauf, dass sich seine Mannschaft am Donnerstag im Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig (Beginn 19 Uhr/live auf Sky) den Frust von der Seele spielt und eine Trotzreaktion zeigt.

Füchse Berlin: Heinevetter, Stochl (n.e.); Wiede (5), Elisson (4), Milde, Vukovic, Struck, Mandalinic (2), Gojun (3), Lindberg (5/4), Zachrisson (4), Fäth (6), Schmidt (2), Reißky, Koch (2).

Frisch Auf Göppingen: Prost, Rebmann (ab 31.); Ritterbach (1), Bagersted, Sesum (3), Fontaine (1), Schiller (1), Pfahl, Rentschler (3), Halén (1), Nägele, Schöngarth (3), Kozina (7/3).

Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Leipzig/Landsberg).

Zeitstrafen: 4:8 Minuten.

Zuschauer: 7144.

Prall gefüllter Terminkalender

Spielplan Vier Spiele in elf Tagen warten ab Donnerstag auf die Handballer von Frisch Auf Göppingen. Zunächst steht das Bundesliga-Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig auf dem Programm (19 Uhr). Drei Tage später, am Sonntag, 22. April, 17 Uhr, folgt das Viertelfinal-Hinspiel im EHF-Pokal beim französischen Vertreter Chambéry Savoie. Am Donnerstag, 26. April, ist wieder Bundesliga-Handball angesagt, wenn die Grün-Weißen beim TBV Lemgo antreten. Drei Tage später, am Sonntag, 29. April, kämpfen die Göppinger im Viertelfinal-Rückspiel des EHF-Cups gegen Chambéry um den erneuten Einzug ins Final Four. Beginn dieser Partie ist um 17.30 Uhr.

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