TVN Bei Stevics Truppe stimmen die Quoten im Erzgebirge nicht

Packender Zweikampf zwischen zwei Assen: Neuhausens Andreas Bornemann (links) und der Auer Marc Pechstein (re.). Foto: Eibner
Packender Zweikampf zwischen zwei Assen: Neuhausens Andreas Bornemann (links) und der Auer Marc Pechstein (re.). Foto: Eibner © Foto: Packender Zweikampf zwischen Andreas Bornemann (links) und dem Auer Marc Pechstein (re.). Foto: Eibner
Aue / Alexander Mareis 18.11.2016

Es kam, wie befürchtet werden musste. Handball-Zweitligist TV Neuhausen hat den gewaltigen Aderlass nicht auffangen können. Ohne drei wichtige Rückraumspieler (wir berichteten mehrfach, mehr zum Fall Jona Schoch im Textverlauf) verloren die Ermstäler gestern Abend zum Beginn des Doppelspieltags in Sachsen beim  EHV Aue mit 29:32 (14:18). Die Niederlage fiel letztlich zwar knapp aus, das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich vor 1100 Zuschauern in der Erzgebirgshalle in Lößnitz, rund fünf Kilometer Luftlinie nördöstlich von Aues Zentrum gelegen, kein Thriller abspielte und die Neuhäuser eigentlich keine realistische Aussicht auf einen Punktgewinn hatten. Zu oft passierte in den entscheidenden Phasen das Falsche oder zu wenig. Vielleicht hätten zwei, drei Torwartparaden mehr, ein wenig mehr Konzentration im Abschluss oder beim Kampf um Abpraller in der Abwehr eine Wende herbeigeführt. Dies geschah aber nicht und von daher war TVN-Coach Aleksandar Stevic hinterher nur eine enttäuschte Feststellung vergönnt: „Hier war mehr drin, denn Aue agierte auch nicht in Topform und war schlagbar. Leider sind wir nicht an unser Leistungsoptimum herangekommen.“

Immerhin konnte Jona Schoch, eines der Sorgenkinder mit seinen Sprunggelenksproblemen, rund eine Viertelstunde überraschend mitwirken. Und ein Eigengewächs aus der A-Jugend der JSG Echaz-Erms feierte gar seine Zweitligapremiere: Felix Stahl stand in den letzten fünf Minuten als Rechtsaußen auf dem Spielfeld. Überragend beim TVN agierte Rückraum-Rechts-Ass Andreas Bornemann. Das wurfstarke Kraftpaket lochte mit seiner starken linken Hand zehn Mal ein und bestätigte die starke Form der letzten Wochen.

Doch nicht alle Gästeakteure hatten gestern Bornemanns Wurfquote: Beim TVN lag sie insgesamt bei 59,2 Prozent, Aues Team jedoch münzte 78 Prozent seiner Wurfversuche in Treffer um. Ähnlich klar bei den gehaltenen Bällen: Während hier die Hausherren auf 32,6 Prozent kamen, las sich die Quote gehaltener Bälle beim TVN mit 17,9 Prozent bescheiden. Überlegen waren die Erzgebirgler auch in Sachen Überzahltore und Treffer von Außen, wo beim TVN gestern Flaute herrschte. Keine Frage: Am Sonntag (17 Uhr, Hofbühlhalle) muss gegen den ambitionierten TV Hüttenberg trotz aller Personalsorgen eine Steigerung her.

Spielfilm:  4:3 (7. Minute), 10:7 (17.), 12:10 (22.), 16:12 (27.), 18:14 (Halbzeit) – 22:17 (38.), 26:20 (44.), 28:24 (49.), 30:27 (54.), 32:29 (Endstand).

So spielten sie

EHV Aue – TV Neuhausen

32:29


EHV Aue: Wetzel (1), Töpfer (1) – Meinhardt (5), Roch (5), Bornhorn (2), Mägi (4), Sigtryggsson, Faith (8), Jungemann, Gunnarsson, Remke, Runarsson, Paraschiv, Pechstein (6/5).
TV Neuhausen: Rebmann (bis 20.), Becker (ab 20.) – Stüber (5), Sokicic, Wahl (1), D. Reusch (1), Schoch (1), Klingler (4), Michalik (6/2), Witte, Stahl, J. Reusch (1), Bornemann (10).
Siebenmeter: 5/5 (Pechstein 5/5) – 2/2 (Michalik 2/2).
Zeitstrafen: Pechstein – Sokicic, J. Reusch. 
Schiedsrichter: Sebastian Klinke / Matthias Klinke (Bordesholm).
Zuschauer: 1100 (in Lößnitz).

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