Göppingen Bei Frisch Auf zählt nur der Blick nach vorne

Nationalspieler, Kraftpaket und seit dieser Saison Kapitän bei Frisch Auf Göppingen: Tim Kneule.
Nationalspieler, Kraftpaket und seit dieser Saison Kapitän bei Frisch Auf Göppingen: Tim Kneule. © Foto: Michael Schmidt/Eibner
Göppingen / Von Harald Betz 22.08.2018
In der am Donnerstag startenden Saison will Bundesligist Frisch Auf Göppingen attraktiveren Handball bieten. Große Hoffnungen, dass das gelingt, ruhen auf dem neuen Trainer Hartmut Mayerhoffer.

Anstrengend war die vergangene Saison unterm Hohenstaufen, nicht nur körperlich. Die Mannschaft absolvierte in gut neun Monaten exakt 50 Pflichtspiele in drei Wettbewerben, während beim Management abseits des Spielfeldes die Köpfe rauchten, weil die Resultate immer wieder zu wünschen übrig ließen. Mit Magnus Andersson und Rolf Brack hat der Traditionsverein, der zwischen 2011 und 2017 mit  vier Siegen im EHF-Cup für Furore sorgte, gleich zwei Trainer verschlissen, zum zweiten Mal nur Platz zehn in der Bundesliga bereitete Magengrimmen.

Mittlerweile gilt die Vergangenheit bei den Grün-Weißen als aufgearbeitet, Geschäftsführer Gerd Hofele hat eine „neue Aufbruchsstimmung“ ausgerufen. Die Mannschaft soll bei einem geringfügig kleineren Etat (5,0 Millionen Euro/2017: 5,2) mit attraktivem Handball wieder in die Spur finden, mehr Konstanz an den Tag legen und vor allem die Fans zurückgewinnen, die zuletzt nicht mehr so zahlreich in die heimische EWS-Arena gepilgert waren – woran allerdings auch die neuen Erstliga-Anspielzeiten ihren Anteil hatten.

Der Mann, an dem viele den Neuanfang festmachen wollen, sitzt dabei auf der Bank: „Wunschtrainer“  Hartmut Mayerhoffer, vom Aufsteiger Bietigheim gekommen, soll an seiner ersten Station bei einem großen Namen im deutschen Handball die richtigen Worte und die passende Spielphilosophie finden, um den Altmeister wieder weiter vorn in der Tabelle zu positionieren.

Doch auch der 49-jährige Augsburger geht bei aller Begeisterung für sein neues Amt mit Bedacht an die Mammut-Aufgabe heran: „Wenn wir unser Potenzial auf die Platte bringen, haben wir auch gegen die guten Mannschaften eine Siegchance. Aber nur, wenn wir auch in Drucksituationen Stand halten und Konstanz zeigen.“

Mayerhoffer hat in der Vorbereitungsphase frischen Wind reingebracht, der neue Mannschaftskapitän Tim Kneule bestätigt: „Unter uns Spielern funktioniert es seit Beginn der Vorbereitung wirklich prima, alle ziehen richtig gut mit. Ich habe den Eindruck, dass wir wieder enger zusammenstehen.“

Dass nach drei erfolgreichen Jahren auf europäischem Parkett diesmal dieser Schauplatz nach der verpassten Qualifikation wegfällt, gewinnt Kneule etwas Positives ab: „Natürlich sind wir ein Stück weit traurig, aber die geringere Belastung tut auch einmal gut.“ Manager Hofele stellt klar: „Somit werden wir uns auf unser Kernprodukt konzentrieren.“ Dabei wird eine konkrete Tabellenplatzierung als Saisonziel vermieden, nachdem sich der Klub zuletzt zu oft an der unerreichten Vorgabe messen lassen musste.

Stattdessen will Hofele ein neues Gesicht der Mannschaft mit ihren vier Neuzugängen und vor allem Heimstärke sehen, womit am Ende eine bessere Abschlussplatzierung einhergehen soll. Morgen (19 Uhr) ist mit EHF-Cupsieger Berlin gleich ein erster Gradmesser zu Gast.

THW startet als Titelfavorit in die Saison

Angriff Wenn heute ab 19.30 Uhr der Supercup zwischen Meister Flensburg-Handewitt und Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen ausgetragen wird, ist der THW Kiel nur Zuschauer. Geht es nach Christian Prokop und dem Gros der Bundesliga-Trainer, wird das in einem Jahr wieder ganz anders aussehen. „Der THW hat in meinen Augen die stärkste Mannschaft zusammen“, sagte Bundestrainer Prokop. In einer Umfrage (Mehrfachnennungen waren möglich) tippten vor dem morgigen Saisonstart elf Coaches auf Kiel als Meister, zehn sehen die Löwen als heißesten Kandidaten. Flensburg erhielt lediglich zwei Stimmen.

Nach drei verpassten Meisterschaften in Serie sind die Zebras hungrig auf den Titel. Dass Trainer Alfred Gislason nach elf Jahren sein Amt am Ende der Saison an Co-Trainer Filip Jicha übergibt, ist eine zusätzliche Motivation für die Spieler. Geschäftsführer Thorsten Storm macht keinen Hehl aus den Zielen: „Der THW steht für Angriff.“ Mit einem Etat von 9,5 Millionen Euro und Neuzugang Henrik Pekeler soll die Rückkehr an die Spitze gelingen. swp

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel