Frauen-Handball Ausfälle kosten zuviel Substanz

Iris Guberinic wirft eines ihrer sechs Tore. Die Rote Karte gegen die beste Schützin trifft Frisch Auf ins Mark.
Iris Guberinic wirft eines ihrer sechs Tore. Die Rote Karte gegen die beste Schützin trifft Frisch Auf ins Mark. © Foto: Eibner
Dortmund / Frank Höhmann 16.04.2018

Aus nicht einfach wurde doppelt schwierig: Ohne ihre beste Torschützin Michaela Hrbkova sowie Abwehrchefin Alexandra Sviridenko, die zwar dabei, aber nicht fit war, mussten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen in Dortmund auskommen. Die Ausfälle der beiden Leistungsträgerinnen wogen schwer, dennoch wehrten sich die Grün-Weißen 45 Minuten lang nach Kräften. Als 14 Minuten vor Schluss aber auch noch die bis dato erfolgreichste Werferin Iris Guberinic die Rote Karte sah, war der Widerstand gebrochen. Mit fünf Treffern in Folge zog der Europapokalanwärter aus dem Ruhrpott entscheidend auf 24:16 (54.) davon.

Die Partie in der Sporthalle Wellinghofen begann holprig. Frisch Auf versuchte, die Angriffe lange auszuspielen und über den Kreis und die Außenspielerinnen Anja Brugger und Guberinic, die in Hälfte zwei zusammen mit Lina Krhlikar an den Kreis rückte, zum Erfolg zu kommen. Hrbkovas Position im rechten Rückraum übernahm Karin Weigelt. Bereits in den Anfangsminuten deuteten sich die Probleme im Angriff an. Während Dortmund zu einfachen Treffern aus dem Rückraum kam, mussten sich die Frisch-Auf-Frauen jedes Tor hart erarbeiten. Bis zur elften Minute warfen die BVB-Handballerinnen einen 5:2-Vorsprung heraus, der FA-Trainer Aleksandar Knezevic zu einer ersten Auszeit veran­lasste.

Torhüterin Edit Lengyel, die die kompletten 60 Minuten durchspielen durfte und ihre gute Form der vergangenen Wochen bestätigte, hielt Frisch Auf in der ersten Hälfte mit mehreren guten Paraden im Spiel und parierte insgesamt drei Siebenmeter. Das Übrige taten zunächst die Schützlinge der scheidenden Trainerin Ildiko Barna. Sie schlossen einige Male unpräzise ab und verpassten es, sich deutlicher abzusetzen. Die Göppingerinnen gaben nie auf und versuchten, das Bestmögliche herauszuholen. Zwar lag Dortmund in der 27. Minute 12:8 vorn, aber bis zum Pausenpfiff waren die Grün-Weißen gegen die Schwarz-Gelben wieder bei der Musik und hatten den Rückstand durch die nun auch im Angriff aufgebotene Johanna Schindler auf drei Tore verringert.

Schindler rackerte auch in Hälfte zwei unermüdlich, nahm mehrere Male das Heft in die Hand und war nicht nur aus dem Rückraum, sondern auch von der Siebenmeterlinie und vom Kreis erfolgreich. Mit insgesamt sechs Treffern gehörte sie zu den besten Werferinnen ihres Teams. Sechs Tore waren Iris Guberinic bereits bis zur 46. Minute gelungen. Danach musste sie das Spiel von der Tribüne aus verfolgen: Weil sie bei einem Siebenmeter Torfrau Annamaria Ferenczi unabsichtlich im Gesicht traf, entschied das Schiedsrichterduo Briese/von der Beeck auf Rot. Guberinics Aus bedeutete auch das Ende aller Hoffnungen, doch noch etwas reißen zu können. Frisch Auf ging die Kraft aus und so setzte sich Dortmund auf 19:16 ab und revanchierte sich mit einem 28:21 für die in der Vorrunde erlittene Last-Second-Niederlage in der EWS-Arena.
BVB Dortmund: Woltering, Ferenczi; Kramer (4), Grijseels (8/1), Weisheitel (1), C. Müller (1), A. Müller (1), Espinola Perez (3), Galinska, Stockschläder (3), Huber (1), Mansson (4), Emberovics (2), van Kreij, Vaszari, Bleckmann.
FA Göppingen: Lengyel, Zimmerman (n.e.); Struijs (4/3), Adamkova, Schuhknecht (2), Guberinic (6/2), Kinlend (2), Sviridenko (n.e.), Krhlikar, Weigelt, Schindler (6/2), Brugger (1), Bergschneider (n.e.) .

Schiedsrichter: Andreas Briese/Kim von der Beeck.

Zeitstrafen: 10:8 Minuten.

Rot: Galinska (60.) – Guberinic (46.).

Zuschauer: 550.

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