TusSies Auf diese Abwehr ist Verlass

LEOPOLD FREUDEMANN 19.02.2016
In einer mitreißenden Partie um Bundesligapunkte hat die TuS Metzingen am Mittwoch den Favoriten HC Leipzig zu Hause aufs Kreuz gelegt. Gelingt ihnen das auch heute Abend im Rahmen des EHF-Pokals?

Was für eine Partie, was für eine Stimmung und was für ein sportlicher Erfolg. Die TusSies schwimmen momentan auf Wolke sieben. Der Sieg vom Mittwoch in der Öschhalle gegen die Sächsinnen hat die Ermstälerinnen nun auf Rang zwei in der 1. Bundesliga befördert. Und ein Ende ist noch nicht absehbar, sprich, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass in der Sieben-Keltern-Stadt um die Deutsche Meisterschaft mitgespielt wird.

Heute Abend aber geht es ums Weiterkommen im EHF-Pokal und der Gegner ist wieder der HC Leipzig. So wollte es das Los, dass im Viertelfinal-Hinspiel zwei deutsche Clubs aufeinander treffen. Glücklich darüber war man in beiden Lagern nicht. Die Frage ist, ob die Ermstälerinnen ihren Coup - gespielt wird heute Abend in der Tübinger Paul-Horn-Arena - noch einmal wiederholen und den sechsfachen Deutschen Meister erneut in die Knie zwingen können. Möchte man eine Runde weiterkommen, müsste sogar ein kleines Polster her, von dem man dann im Rückspiel (Sonntag, 28. Februar) zehren könnte. In erster Linie müsste sich die TuS auf ihre Abwehr verlassen können. Sie bildete vorgestern den Grundstock zum Sieg. "Wir haben eine geile Abwehr gehabt. Wenn man nach 20 Minuten erst vier Gegentore bekommen hat, sagt das eigentlich schon alles", äußerte sich Kreisläuferin Julia Behnke. Nicht nur die Abwehr, auch das Zusammenspiel mit Torfrau Sabine Stockhorst sei "hervorragend" gewesen. Einen großen Vorteil nach dem Sieg im Punktspiel sieht die dreifache Torschützin hinsichtlich des Pokalspiels nicht unbedingt: "Wir haben natürlich Selbstbewusstsein getankt und wissen jetzt, dass wir den Gegner schlagen können. Im Pokalspiel geht es aber um Alles-oder-Nichts. Die Tagesform wird entscheiden."

"Dass wir so lange so gut in der Abwehr gestanden haben ist schon der Wahnsinn, das war der Schlüssel zum Erfolg", sagte Spielmacherin Anna Loerper, die wieder einmal glänzend Regie führte. Die kürzlich zur "Spielerin des Jahres" gewählte Nationalspielerin fand immer wieder die Lücken in der gegnerischen Abwehr und verblüffte wiederholt mit ihrer Schnelligkeit und einem überragenden Durchsetzungsvermögen.

TuS-Trainer Csaba Konkoly hat vor allem gefallen, dass seine Mannschaft immer eine Antwort auf brenzlige Situationen wusste: "Das hat die Mannschaft richtig gut gemacht, sie hat die Nerven bewahrt, wenn der Gegner immer näher kam. Mit dieser geschlossenen Mannschaftsleistung haben wir auch heute Abend eine Chance."

Beide Trainer werden sich sicherlich in punkto Taktik so ihre Gedanken machen. Leipzigs Coach Norman Rentsch betonte, man werde aus den Fehlern die Lehren ziehen. "Mein Team hat sich nicht so clever angestellt, das müssen wir heute ändern." Man müsse heute Abend kühlen Kopf bewahren und vor allem die herausgespielten Chancen besser verwerten: "So viele technische Fehler und Fehlwürfe werden wir uns heute nicht erlauben." Eine Prognose zum Spielausgang wollte er nicht geben.

Sein Gegenüber Csaba Konkoly sieht wegen des gewonnen Punktspiels "einen Vorteil im Kopf", darauf lasse sich aufbauen. Möglich, dass der Metzinger Kommandogeber personell einige Änderungen vornimmt, und die starke Bank vermehrt zum Einsatz kommen lässt. Auf mehr Einsatzzeiten darf auch Marlene Zapf hoffen, die sich seit einer Woche wieder im Mannschaftstraining befindet und am Mittwoch von Beginn an auf dem Feld stand.

Info Die TuS bietet einen Bus zum Spiel an. Abfahrt 18 Uhr an der Öschhalle. Tickets gibt es noch unter www.ticket-regional.de

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