Bundesliga Auf dem Weg zurück zur Heimmacht

Sebastian Heymann war einer der Matchwinner beim Göppinger 27:26-Heimerfolg über die TSV Hannover-Burgdorf. Am Samstag wollen die Frisch-Auf-Profis beim HC Erlangen die ersten Auswärtspunkte in der noch jungen Saison einfahren.
Sebastian Heymann war einer der Matchwinner beim Göppinger 27:26-Heimerfolg über die TSV Hannover-Burgdorf. Am Samstag wollen die Frisch-Auf-Profis beim HC Erlangen die ersten Auswärtspunkte in der noch jungen Saison einfahren. © Foto: Eibner
Göppingen / Wolfgang Karczewski 07.09.2018

Nach dem 27:26-Krimi gegen Bundesliga-Konkurrent TSV Hannover-Burgdorf am Mittwoch konnte man im Lager der Göppinger Handballer nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Zu nervenaufreibend waren die vorangegangenen 60 Minuten, in denen die Frisch-Auf-Profis den bei einer Sechs-Tore-Führung in der 44. Minute sicher geglaubten Sieg beinahe noch aus der Hand gegeben hätten.

„Ich bin einfach nur happy, dass wir gewonnen haben. Das war schon geil“, sagte Linksaußen Marcel Schiller. Symbolisch für die „emotionale Achterbahnfahrt“, wie Hannovers Manager Sven-Sören Christophersen die Begegnung charakterisierte, war der Auftritt von Frisch-Auf-Rückraumspieler Sebastian Heymann: Mit seinen Toren sorgte der Hüne zunächst für die erste Sechs-Tore-Führung der Göppinger zum 15:9 in der 27. Minute. Mitte der zweiten Hälfte leitete der 20-Jährige mit einem technischen Fehler die Aufholjagd der Gäste ein und wurde von Coach Hartmut Mayerhoffer auf die Bank beordert. „Der Trainer hat mir dann gesagt: ‚Hak’s ab’. Ich bin froh, dass ich dann wieder gut rausgekommen bin“, erklärte Heymann.

Nach dem ersten Ausgleich der Recken (24:24/53. Minute) erzielte der Rückraumshooter den wichtigen Treffer zur 25:24-Führung seiner Mannschaft. Schließlich setzte der 1,98-Meter-Mann auch den Schlusspunkt zum 27:26-Endstand.

„Es war schon klasse, wie er aufs Feld zurückgekommen ist und gleich Verantwortung übernommen hat“, lobte Göppingens Sportlicher Leiter Christian Schöne seinen zweitjüngsten Schützling. Der Jüngste im Bunde, der 18-jährige Axel Goller, durfte am Mittwoch zum ersten Mal für wenige Minuten Bundesligaluft schnuppern. „Ich war schon ein bisschen aufgeregt“, gestand der talentierte Linkshänder, „aber es hat auch viel Spaß gemacht.“

Auch am morgigen Samstag, beim Auswärtsspiel der Göppinger in Nürnberg gegen den HC Erlangen (20.30 Uhr/live auf Sky Sport 1 HD), wird der junge Rechtsaußen wieder mit von der Partie sein, da Tim Sörensen noch immer verletzt ist.

Obwohl die Erlanger ebenfalls am Mittwoch beim Bergischen HC mit 26:35 (14:19) böse unter die Räder geraten sind – der ehemalige Frisch-Auf-Profi Daniel Fontaine traf fünf Mal für den Aufsteiger –, wird die Aufgabe für Tim Kneule und Co. nicht einfach werden. „Erlangen hat große Ambitionen. Das ist eine Mannschaft, die sich von einem Aufsteiger zu einer etablierten Kraft in der Bundesliga hochgearbeitet hat“, charakterisiert Frisch-Auf-Trainer Mayerhoffer das Team aus Franken. Es werde schwierig, dort etwas mitzunehmen, glaubt der Übungsleiter.

Die Göppinger sind jedoch gewappnet. „Wir wissen, was auf uns zukommt“, sagt Marcel Schiller, „aber ich bin mir sicher, dass wir dort gewinnen.“ Nach den über weite Strecken überzeugenden Heimauftritten gegen Berlin und Hannover ist der 27-Jährige überzeugt davon, dass sich Frisch Auf wieder zu einer Heimmacht entwickeln kann. Schiller: „Es gibt nicht viele bessere Heim-Teams, vielleicht abgesehen von Flensburg, Kiel und den Rhein-Neckar-Löwen. Aber wir können auch auswärts glänzen.“

Neuer Job für Kévynn Nyokas

Wechsel Bereits vor einem Jahr hatte der ehemalige Frisch-Auf-Profi Kévynn Nyokas auf Grund von Verletzungsproblemen seine Karriere beendet. Jetzt heuert der 32-jährige Linkshänder beim portugiesischen EHF-Cupteilnehmer Benfica Lissabon an. Das berichtet das Internetportal Handball- World. Nyokas spielte von 2014 bis 2016 unterm ­Hohenstaufen und gewann mit Frisch Auf den EHF-Cup.

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