Frisch Auf Anderssons Spaß an Alternativen

Göppingen / HARALD BETZ 14.09.2015
31 Tore erzielten die Göppinger Handballer beim klaren Sieg über den Bergischen HC, nicht nur Trainer Magnus Andersson atmete auf. Seine Offensive hat sich im zweiten Spielabschnitt viel Selbstvertrauen geholt. Mit Bildergalerie.

31 Treffer gegen den Bergischen HC, auch 31 Tore gegen Eisenach, 28 waren es gegen Lübbecke, macht 90 insgesamt in drei Heimspielen bei nur 62 Gegentreffern - die Saison-Statistik der ersten drei Frisch-Auf-Auftritte in der heimischen Arena liest sich so flüssig wie das Angriffsspiel der Andersson-Truppe im zweiten Durchgang beim 31:19 (13:1)-Erfolg über den Gast aus Solingen. "Mit einem Sieg mit zwölf Toren Vorsprung bin ich natürlich sehr zufrieden", hielt der Trainer wenig überraschend nach dem Schlusspfiff fest, wusste aber auch, wo in der Regel der Grundstein für derartige Erfolgserlebnisse gelegt wird: "Wir konnten auf der Abwehrleistung aufbauen, hier haben wir viele Duelle gewonnen und sind dann zum Gegenstoß gekommen, das ergab allein 16 Tore von unseren Außen." Zieht man die beiden Treffer der wenig eingesetzten Andreas Berg und Thomas Kristensen ab, bleiben je sieben Buden für Anton Halén und Marcel Schiller, der zweimal per Siebenmeter erfolgreich war. "Wir wollten eine Antwort geben auf Mittwoch, haben Gas gegeben und in der zweiten Halbzeit noch einen Gang zugelegt", beschrieb Linksaußen Schiller im Formel 1-Stil die Frustbewältigung nach der 14:25-Niederlage von Mannheim.

Im zweiten Abschnitt hatte sein Übungsleiter gemeinsam mit den 4200 Zuschauern auch Spaß an der Spielfreude des Frisch-Auf-Rückraums unter der Regie von Michael Kraus. Gemeinsam mit Daniel Fontaine und Felix Lobedank kreierte der 129-fache Nationalspieler unterhaltsame wie erfolgreiche Aktionen, die ab der 37. Minute den Göppinger Vorsprung stetig wachsen ließen. "Wenn man so gewinnt, hat jeder Handballer Spaß", stimmte Torwart Bastian Rutschmann in die Begeisterung mit ein. Andersson hatte dem Rückkehrer aus Mannheim, der unter der Woche an alter Wirkungsstätte von der Abwehr im Stich gelassen worden war, die erneute Chance gegeben. Schließlich, so der Schwede, habe er keine Nummer eins, sondern zwei gute Torhüter - von diesen saß diesmal Primoz Prost 60 Minuten auf der Bank.

Auch in Sachen Feldspieler herrschte am Samstagabend eitel Sonnenschein bei Andersson. "Wenn man einen breiten Kader hat und alle gut spielen, ist es ein Luxusproblem", so der erleichterte Coach, dem sich neue Varianten anbieten: "Heute hat Mimi gut gespielt, bisher hatte es ja nicht so geklappt", beschrieb Magnus Andersson sein Vertrauen in Kraus. Außerdem rechnet der Trainer schon am Samstag beim Derby in Balingen mit den ersten Einsatzminuten für Niclas Barud nach seiner Knieverletzung. Sein Landsmann könnte Kapitän Manuel Späth am Kreis und im Abwehr-Innenblock entlasten. Erfreuliche Aussichten, auch aus Sicht von Marcel Schiller: "Wenn wir so spielen, holen wir am Samstag die ersten Auswärtspunkte."

Ex-Göppinger gewinnen

Konkurrenz Während Frisch Auf gegen den Bergischen HC mit 31:19 hoch gewann, ging es beim Melsunger 33:32-Sieg in Flensburg ganz eng her. Den letzten Treffer der Hessen markierte der Ex-Göppinger Momir Rnic per Strafwurf, insgesamt traf er fünf Mal. Beim Bittenfelder 28:26-Premierensieg in der Bundesliga über Mitaufsteiger Leipzig schossen Michael Schweikardt zwei, Simon Baumgarten drei Tore für den "TVB 1898 Stuttgart" - beide trugen auch schon das Trikot von Frisch Auf.

SWP