Handball Sparkassen-Cup An Nantes muss man vorbei!

Ehingen / Maurice Glienke 03.08.2018

Als Turnierorganisator Andreas Wax im Frühjahr 2016 den HBC Nantes als Mannschaft für den Sparkassen-Cup präsentierte waren die Franzosen eher ein Geheimtipp und keine Handball-Mannschaft mit großem Renommee. „Wir wollen immer wieder aufstrebende Teams einladen, die dann mit uns den nächsten Schritt machen können“, sagt Wax.

Was danach folgte, gibt ihm recht.  Mit Nantes feierte der Sparkassen-Cup in der Ehinger Längenfeldhalle zwei unglaublich erfolgreiche Jahre, die nun fortgesetzt werden sollen. Aus Kiel war damals Publikumsliebling Dominik Klein nach Nantes gewechselt, was dem HBC Nantes medial gut tat. Mit einigen guten Neuzugängen im Gepäck schaffte es die Mannschaft von „Trainerfuchs“ Thierry Anti den Cup in Ehingen zu gewinnen.

Danach folgte eine national wie auch international erfolgreiche Spielzeit und die Ambitionen in Westfrankreich wuchsen. Von Ehingen waren die Nantes-Verantwortlichen so begeistert, dass man vergangenes Jahr das Trainingslager sogar in die „Sportstadt“ verlegt hat.

Topmann: Kiril Lazarov

Mit Kiril Lazarov wechselte jetzt ein absoluter Weltstar zum HBC Nantes. Der Mazedonier war nicht nur Torschützenkönig bei Welt- und Europameisterschaften, sondern ist seit diesem Mai auch der erfolgreichste Torschütze der Geschichte des Champions League Final Four Turniers. In der Königsklasse ging es für den HBC weiter als  erwartet. Im Achtelfinale wurde die weißrussische Spitzenmannschaft Meshkov Brest ausgeschaltet, im Viertelfinale folgte ein Sieg und ein Remis gegen Skjern Handbold aus Dänemark. Plötzlich stand der HBC Nantes erstmals im Final Four der Champions League in Köln. „Wer einmal dort war, möchte immer wieder hin. Wir werden unser Bestes geben, es erneut zu schaffen“, hat Trainer Thierry Anti Blut geleckt.

Im Halbfinale wurde Nantes gegen das Starensemble von Paris St. Germain nur wenig Chancen eingeräumt und erneut überraschte der HBC alle Handballfans mit einem Sieg. „Sie gehören für mich mittlerweile zu den drei besten Teams der Welt“, sagt Andreas Wax. Im Endspiel unterlag man zwar Ligakonkurrent HB Montpellier, doch dürfte die vergangene Saison auch trotzdem zur erfolgreichsten der Vereinsgeschichte von „Le H“, wie das Team in Frankreich genannt wird, gehören.

„Das Trainingslager in Ehingen war sicher eine gute Vorbereitung gewesen“, meint Andreas Wax. Und auch Trainer Anti sieht in der Stadt und dem Sparkassen-Cup eine tolle Verbindung. „Wir haben eine tolle Beziehung nach Ehingen und glauben, dass uns dieses Turnier in unserer Vorbereitung sehr hilft“. In der französischen Star Ligue erreichte man zwar nur den dritten Platz hinter Paris und Montpellier, aber man durfte sich immerhin über den Gewinn des französischen Champions Cups freuen.

Verlassen haben Nantes im Sommer der Bosnier Senjamin Buric und der Kroate Jerko Matulic. Der wohl  bitterste Abgang ist der von Dominik Klein, der beim Ehinger Sparkassen-Cup eine feste Größe war. Nun beendet er im Sommer mit 34 Jahren seine Karriere. „Dominik wird unserem Cup immer als enger Freund erhalten bleiben“, sagt Wax. Trainer Thierry Anti muss dessen Abschied verkraften, sieht dadurch aber andere Spieler in der Pflicht. „Dominik war ohne Frage zwei Jahre ein super Spieler für uns, jetzt müssen seine Aufgaben aber von anderen übernommen werden“.

An Stärke zugelegt

Zwei Spieler kommen nach kurzer Zeit wieder zurück nach Nantes: Florian Delecroix vom Konkurrenten Cesson Rennes. Zudem kommt mit Valero Rivera ein erfahrener spanischer Linksaußen. Der Sohn des erfolgreichsten europäischen Vereinstrainers aller Zeiten,  Valero Rivera Senior, wurde 2016 Torschützenkönig der EM und bringt große internationale Erfahrung mit.

„Mit seiner Erfahrung haben sie noch einmal an Stärke hinzugewonnen und sind deshalb auch der Topfavorit auf den Sparkassen-Cup“, bilanziert Andreas Wax. Aber auch sonst bietet der Kader große Namen.  Vom französischen Nationaltorhüter Cyril Dumoulin, Abwehrstratege und Kapitän Rock Feliho, Spielmacher Nicolas Claire, sowie den beiden Spanien David Balguer und Eduardo Gurbindo bis eben zu Weltstar Lazarov. Erneut will der HBC Nantes mit einem erfolgreichen Turnier in der Ehinger Längenfeldhalle den Grundstein für eine tolle Saison legen und die Fans zum Jubeln bringen.

34

Jahre alt ist Dominik Klein. Der Publikumsliebling, 15 Jahre Bundesliga, gedienter Nationalspieler und zuletzt bei Nantes unter Vertrag, beendet seine Karriere und widmet sich seiner Familie (verheiratet mit Isabell Klein, im September zwei Kinder). hel

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