Handball An Frankreich führt kein Weg vorbei

Bei der letzten Heim-WM 2007 feierten die deutschen Spieler und Trainer Heiner Brand den Titelgewinn. Wiederholung erwünscht.
Bei der letzten Heim-WM 2007 feierten die deutschen Spieler und Trainer Heiner Brand den Titelgewinn. Wiederholung erwünscht. © Foto: dpa
Kreis Göppingen / Wolfgang Karczewski 09.01.2019

Für die meisten Handball-Experten in der Region ist Frankreich der Topfavorit auf den Gewinn der Weltmeisterschaft. Davon ist beispielsweise Aleksandar Knezevic, Trainer und Geschäftsführer der Bundesligaspielerinnen von Frisch Auf Göppingen, überzeugt. Hinter dem amtierenden Weltmeister gehören auch Dänemark und Kroatien zu den Spitzenteams, sagt Knezevic. Auch der deutschen Nationalmannschaft traut der ehemalige Frisch-Auf-Profi einiges zu. „Deutschland hat eine gute Mannschaft, die um ­Medaillen mitspielen kann“, glaubt er.

Der Heimvorteil könnte den entscheidenden Vorteil für Dänemark bringen, vermutet Timo Funk, Trainer des Oberliga-Absteigers SG Lauterstein. Die Skandinavier richten das Turnier gemeinsam mit Deutschland aus. „Natürlich hoffe ich, dass die deutsche Mannschaft ganz weit kommt, aber das wird schwierig. Wenn das Team jedoch einen Lauf hat, ist vielleicht etwas drin“, glaubt Funk. Der SGL-Coach bedauert, dass Bundestrainer Christian Prokop Frisch-Auf-Shootingstar Sebastian Heymann nicht zur WM mitnimmt. „Er hätte es sich verdient, aber die Leistungsdichte ist natürlich groß. Trotzdem hätte ich ihn statt Fabian Böhm mitgenommen. Aber ich bin nur ein Außenstehender.“

Ebenso wie Frisch-Auf-Frauen-Coach Knezevic tippt auch Andreas Rascher, Trainer von Württembergligist HSG Winzingen/Wißgoldingen/Donzdorf, auf Frankreich. „Die Franzosen haben in den letzten Jahren alles dominiert, haben Top-Jugendspieler, Cleverness und die nötige Nervenstärke“, beschreibt Rascher die Vorzüge des mit Weltklassespielern gespickten Teams. Der deutschen Nationalmannschaft traut der Wi/Wi/Do-Coach den Sprung in die Vorschlussrunde zu. „Nach der schwachen EM haben alle aus ihren Fehlern gelernt. Die Jungs sind heiß. Eine WM im eigenen Land gibt einen Schub. Die Mannschaft ist zu einem Team geworden“, glaubt Rascher.

Gerd Römer, der sowohl die Oberliga-Handballerinnen des TSV Heiningen als auch die Frisch-Auf-A-Jugend trainiert, hat sich bislang noch keine Gedanken über mögliche Titelkandidaten gemacht. „Heiner Brand (ehemaliger Weltmeister als Spieler und Trainer, d. Red.) hat gesagt: ‚Es gibt keine Übermannschaft.’ Dem schließe ich mich an“, erklärt Römer. Im Spiel der deutschen Auswahl gegen Frankreich, das am kommenden Dienstag stattfindet, werde sich zeigen, wie die Leistungsstärke einzuschätzen ist. „Ich denke, dass Frankreich auch ohne Superstar Nikola Karabatic vorne sein wird“, vermutet Römer. Deutschland könne jedoch ebenfalls ganz oben mitmischen, so der Übungsleiter.

Marcus Graf, der die Württembergliga-Handballer des TSV Heiningen betreut, setzt auf die skandinavischen Teams aus Dänemark und Schweden. „Die beiden Mannschaften haben eine leichte Gruppe. Die Schweden hat sicher nicht jeder auf der Rechnung. Doch sie haben eine gute ­Mannschaft. Und Dänemark ist immerhin Olympiasieger“, erklärt Graf. Für die Deutschen ist der Einzug ins Halbfinale drin – wenn alles gut läuft.

Nur eine Trainerin traut der deutschen Nationalmannschaft ohne Wenn und Aber den Titel zu: Regine Fezer. „Das Niveau in der Weltspitze ist sehr eng. Bei der letzten Heim-WM im Jahre 2007 hat unser Team viele Spiele ganz knapp gewonnen. Wenn die Mannschaft den richtigen Spirit reinbekommt, kann sie Weltmeister werden, schließlich ist sie in der Breite stark besetzt“, meint die Übungsleiterin von der zweiten Mannschaft der Frisch-Auf-Frauen, die in die Oberliga aufgestiegen ist.

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