Etwas reserviert reagierte TuS-Manager Ferenc Rott am Donnerstagmorgen im fernen Oldenburg. „Ich setzte mich nicht unter Druck“, beantwortete er die Frage aller Fragen: Schafft die TuS Metzingen am Freitag im Spiel gegen Nellingen den Zuschauerrekord im Deutschen Frauenhandball. 5876 werden dafür in der Porsche-Arena gebraucht. 5540 waren es bis Mittwoch. „Es sind heute schon ein paar mehr“, wurde am Donnerstag aus der Geschäftsstelle vermeldet. Wichtig: Kurzentschlossene können auf alle Fälle auch noch an der Abendkasse Tickets erwerben.

Bei diesem Rekordversuch ist man geneigt zu vergessen, dass auch noch Handball gespielt wird. Die TuS Metzingen empfängt den TV Nellingen in fremder Halle zu einem Heimspiel. 16:2 Punkte haben die TusSies seit dem fulminanten 31:25-Sieg am Mittwoch in Oldenburg, 0:18 werden für den Aufsteiger von den Fildern notiert. Exemplarisch sei das Spiel vom Mittwoch in Göppingen erwähnt. 11:10 stand es nach 30 Minuten, 27:21 für Göppingen am Ende. Soll heißen: Die Schwaben Hornets sind bei der Musik – die Siegerhymne wird aber immer für den Gegner gespielt.

Über die Favoritenrolle muss man kein Wort verlieren. TuS-Coach Csaba Konkoly war nach dem Sieg in Oldenburg deshalb bemüht, seine Mädels gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zu stellen. „Das nächste Spiel ist immer das Wichtigste“, sagt der Trainerfuchs, der am Mittwoch mit Teamgeist und Abwehr zufrieden war, aber zumindest verhaltene Kritik bezüglich diverser Fehlpässe übte.

Den Gegner sollen seine TusSies ernst nehmen, sich gut präsentieren, das Niveau halten. „Es ist eine tolle Atmosphäre, wir spielen vor zumindest fast vollem Haus. Ferenc hat sehr viel dafür gearbeitet. Den Abend können wir mit einer guten Leistung abrunden“, sagt Csaba Konkoly. Und wie soll seine Mannschaft mit dem Drumherum umgehen? „Sie muss es ausblenden“, sagt der Trainer, schiebt dann aber nach kurzer Denkpause nach: „Das wird nicht klappen.“ Selbst seine routinierten Fachkräfte könnten sich beeindrucken lassen. Wenn es den Effekt hat, dass sie noch mehr aus sich rausholen, wäre es auch nicht verkehrt. Ein schönes Jahr soll mit einem schönen Spiel abgeschlossen werden. Mit einem neuen Zuschauerrekord wäre es noch schöner.    

Karten an der Abendkasse


Die pinke Karawane rollt – unter anderem mit mindestens sieben Bader-Bussen gen Stuttgart. Werden es heute Abend mehr als 5875 Zuschauer in der Porsche-Arena, ist ein neuer Zuschauerrekord im Deutschen Frauenhandball perfekt. Man darf aber nicht vergessen, dass 6200 Interessierte Platz finden in der Arena. Donnerstagnachmittag waren etwa 5600 Tickets weg. Das heißt zweierlei: Der Rekord ist möglich  – und es gibt garantiert noch Karten an der Abendkasse. Kurzentschlossene können sich also auf den Weg gen Stuttgart machen.