TVN Altmeister im Aufwind

Großwallstadt / WOLFGANG SEITZ 18.03.2015
Zwei Gewinner des vergangenen Spieltages duellieren sich heute (20 Uhr) in Aschaffenburg. Die Perspektiven sind beim TV Großwallstadt und dem TV Neuhausen indes sehr verschieden.

Maßarbeit hat der TV Neuhausen am Sonntag in Hildesheim abgeliefert, rettete nach großem Vorsprung noch einen 33:32-Sieg ins Ziel. Sicher hätte man die Sache deutlicher gestalten, Nerven schonen können. Was letztendlich zählt sind die zwei Punkte, mit deren Hilfe man den Abstand zu den akut gefährdeten Tabellenregionen auf acht Zähler ausbauen konnte.

Gerechnet wird auch beim Altmeister Großwallstadt - allerdings in die andere Richtung. Der 21:18-Erfolg in Rimpar ist unter die Rubrik "besonders wertvoll" einzuordnen, konnte man doch den Abstand zum Tabellendritten, eben Rimpar, auf vier Punkte verkürzen. Platz drei ist in sofern interessant, weil er am Ende in Liga eins führen würde. Die "Wällster" haben damit auch einen Auswärtsfluch abgelegt, landeten binnen zehn Tagen den dritten Sieg in der Fremde. Prompt träumt man wieder von glorreichen Zeiten in Liga eins. Nur zur Erinnerung: Sieben Mal war der TVG Deutscher Meister, vier Mal Pokalsieger, zwei Mal gar Europapokalsieger der Landesmeister.

Das ist zwar Geschichte, TVN-Trainer Aleksandar Stevic lobt aber auch die aktuelle Mannschaft der Mainfranken über den grünen Klee: "Der TVG ist spiel- und abwehrstark, stellt eines der ausgebufftesten Teams in der zweiten Liga." Als Prunkstück sieht Stevic die Defensive, die auf die Fangkünste des überragenden Milos Putera bauen kann. Bekanntester Akteur ist Ex-Nationalspieler Michael Spatz, der auch mit 32 Jahren noch torhungrig ist. 180/73 Treffer werden für den Rechtsaußen notiert, damit rangiert er in der Torschützenliste auf Platz drei. Er trifft nicht nur gegen Neuhausen, der TVN gehört aber fraglos zu den Lieblingsgegnern des Herrn Spatz. Fünf Eier legte er ihm im Hinspiel ins Nest, das der TVG nach 13:16-Halbzeitrückstand noch mit 27:23 gewinnen konnte, weil die Ermstäler einer guten ersten eine wesentlich schwächere zweite Hälfte folgen ließen.

Von Revanche spricht Aleksandar Stevic nicht, nach dem Auswärtserfolg in Hildesheim würde er mit den Jungs aber natürlich gerne weiter auf der Erfolgswelle segeln. "Es wird sehr, sehr schwer", ist sich der Coach freilich sicher. Dem Auftritt in Großwallstadt folgt die Aufgabe in Rimpar. Man muss gegen die beiden Hochkaräter alles mitnehmen, was irgendwie möglich ist.

Geduld ist beim TV Neuhausen gefragt, da der TVG vor langen Spielzügen nicht zurückschreckt, die Angriffsqualität muss nahe am Optimum angesiedelt sein, da der fränkische Abwehrverbund zum Besten gehört, was die gesamte Liga im Angebot hat. Beim TV Neuhausen hat Ralf Bader in Hildesheim nach Ellenbogenverletzung ein paar Minuten gespielt, konnte aber nun mittrainieren und wird in Aschaffenburg sicher längere Zeit auf der Platte stehen. Die Auswahl für Trainer Stevic ist nämlich überschaubar. Jan Reusch aus der JSG-A-Jugend konnte zuletzt ja einige Male aushelfen, fehlt nun aber zum zweiten Mal wegen einer Exkursion mit der Uni. Marcel Schliedermann ist angeschlagen, wird auch nicht an Bord sein, Jan-Marco Behr mit Bandscheibenvorfall sowieso nicht. Zumindest Felix Klingler kann helfen, das Unmögliche möglich zu machen.

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