Handball „Vor dem Niveau ziehe ich den Hut“

Gerabronn / Klaus Helmstetter 17.04.2018

Spiel doch ab! Mann, links steht einer frei.“ Die Jungs in den schwarzen Shirts auf der Spielerbank springen auf, fiebern mit, haben vor lauter Anspannung ganz rote Backen, halten sich die Hände entsetzt vor ihr Gesicht, als ihre Mannschaft ein Gegentor kassiert. Und in der Tat ist das Endspiel beim achten Philipp-Wankmüller-Gedächtnis­turnier im Handball hoch spannend. Auf der einen Seite die „Zehner“ vom Gymnasium Gera­bronn. Sie geben zunächst den Ton an, gehen in Führung. Die Gegner, Neuntklässler der Gemeinschaftsschule aus Rot am See, lassen sich nicht abschütteln, bleiben dran – wenden am Ende gar noch das Blatt. 7:6 lautet das Schlussresultat beim Finale des Schulturniers. „Nicht nur das Endspiel war sehenswert und hochdramatisch. Man muss dem gesamten Turnier eigentlich Bestnoten ausstellen. Das Niveau hat sich in den Jahren immer mehr gesteigert und inzwischen ein tolles Level erreicht“, betonte Organisator und Turnierchef Klaus Weckler voller Freude bei der Proklamation der Sieger.

Ehrung für Schmid und Suhai

Aus dem Kreis der Finalisten kommen auch die beiden besonders ausgezeichneten Spieler. Sam Schmid steht bei der Gewinnermannschaft zwischen den Pfosten. Sein Vorbild Manuel Neuer ist zwar in der Kickerzunft zu Hause. Das tut der Begeisterung des Juniors für das Torwartspiel allerdings keinen Abbruch. In der Roter Schul-AG hat er seinen Spaß am Handball entdeckt. „Finde ich ganz cool“, lässt er wissen und freut sich schon auf das Turnier im nächsten Jahr.

Die Ehrung für den besten Spieler ging ebenfalls nach Rot am See. Gabriel Suhai heißt er und ist 17 Jahre alt. „Der beste Allrounder, ein Ballspieltyp mit gutem Auge für Kollegen und Spielsituation“, weiß Klaus Weckler. Beim Handballspielen hat Suhai früher in Rumänien schon mal vorbeigeschaut, im Vorfeld in Rot am See nur drei-, viermal trainiert. „War richtig gut, das Turnier. In unserer Mannschaft ist es prima gelaufen, hat Spaß gemacht.“ Spaß gemacht hat es auch den beiden einzigen Mädchen. Lara-Sophie Balbach und Carolin Ehrmann aus der 7a des Gymnasiums Gerabronn unterstützten, in Ermangelung einer Mädchenmannschaft, ein Jungenteam. Weder um die Zukunft des Turniers noch um die der Gerabronner Handballer muss man sich derzeit Sorgen machen. Für die SG Gerabronn/Langenburg ist das Turnier lebenswichtig, „unsere einzige Chance, Nachwuchs zu rekrutieren“, betont Klaus Weckler. „Und damit bleibt der Handball weiter als attraktives Angebot für die Jugend bei uns bestehen!“ Was das konkret bedeutet, wurde beim Einlagespiel deutlich, das die Routiniers um die Mäschig-Brüder und Steffen Bayer gegen die aktuelle erste Mannschaft der Gerabronner bestritten. Bis zu 80 Prozent der Spieler aus der aktuellen Ersten haben beim Philipp-Wankmüller-Turnier erstmals Handballluft geschnuppert, schätzen Klaus Weckler und Trainer Felix Klein.

Einer davon ist Alexander Pusch, der wie einst sein Vater Peter den Weg zwischen die Pfosten gewählt hat. Torwart ist der 19-Jährige schon lange, hat früher in Langenburg den Kasten der Kicker sauber gehalten. Vor drei Jahren nahm ein Mädchenteam am Gerabronner Handballturnier teil – und suchte einen Torwart. „Irgendjemand hat mich gefragt, ob ich aushelfen wolle. Es ist gut gelaufen. Ich wurde sogar zum besten Torhüter des Turniers gewählt.“ Inzwischen ist Pusch junior in die Fußstapfen seines Vaters getreten und hat „seit drei Jahren jedes Punktspiel der SG mitgemacht“. Vater Peter fungiert dabei zugleich als Vorbild und Torwarttrainer. Ansonsten hat es Pusch junior Andreas Wolf angetan. Am Kieler Nationaltorwart schätzt er besonders die Beweglichkeit. „Wie er aus dem Stand mit dem Fuß neben den Kopf kommt – das ist schon spitze.“

Klasse findet auch Pusch senior das Schulturnier an sich. Als Jugendleiter hat er regelmäßig Kontakt zu den Verbandsmitarbeitern im Bezirk – und die betrachten das Gerabronner Projekt mit jeder Menge Respekt und beispielgebend für andere. Nebenbei bemerkt: Alexander Puschs Bruder Sebastian mischt als Kreisläufer auch seit 2007 bei den Gera­bronner Handballern in der Kreisliga B munter mit.

Unter dem Strich kann sich das Turnier allemal sehen lassen, sucht weithin seinesgleichen. Und für die SG Gerabronn/Langenburg mit ihren rund 100 Mitgliedern (Erste, E-, D- und C-Jugend) sieht es sehr gut aus. Da­rüber – das steht fest – hätte sich HT-Redakteur Philipp Wankmüller, nach dem das Turnier benannt wurde, riesig gefreut!

Finalspiele: Um Platz 1: GS Rot am See (Klasse 9) – Gymnasium Gerabronn (10) 7:6. Um Platz 3: Schloss-Schule Kirchberg (8) – Gymnasium Gerabronn (7) 10:2. Um Platz 5: Gymnasium Gera­bronn (8) – GS Rot am See (8) 8:7. Um Platz 7: Gymnasium Gerabronn (6) – GS Rot am See (7) 8:7.

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