Interview TVA: Mannschaft vertraut dem Trainer

Der Sportliche Leiter Uwe Glöckler: Die Verpflichtung von Trainer Andreas Frey war ein Glücksgriff.
Der Sportliche Leiter Uwe Glöckler: Die Verpflichtung von Trainer Andreas Frey war ein Glücksgriff. © Foto: Thomas Madel
Geislingen / Thomas Friedrich 14.02.2018
Der Sportliche Leiter Uwe Glöckler spricht über den Höhenflug der Landesliga-Handballer des TV Altenstadt.

Nach Platz sechs im Vorjahr startete der TVA nicht als Aufstiegsanwärter in die Saison. Nach 17 Spieltagen und 26:8-Zählern gehören die Altenstädter als Tabellenzweiter zum elitären Kreis jener Teams, die am Saison­ende ganz oben stehen können. Tabellenführer Hohenems ist drei Punkte weg, die Verfolger sitzen dem TVA mit nur einem Zähler Abstand im Nacken. Zuletzt feierte der TVA einen glücklichen Sieg gegen Kellerkind Uhingen/Holzhausen sowie einen glanzvollen Triumph bei Mitkonkurrent Vöhringen.

Was bedeutet der Coup beim zuvor zu Hause verlustpunktfreien SC Vöhringen für die Situation des TVA?

Zunächst einmal gar nichts, wir haben ja noch einige schwere Spiele vor der Brust.

Es war aber sicher kein Sieg wie jeder andere.

Nein, für uns war dieser Sieg brutal wichtig. Er gibt jedem Spieler das Bewusstsein, bisher alles richtig gemacht zu haben.

Erst ein glücklicher Sieg nach einem schwachen Spiel, dann ein glanzvoller bei einem direkten Rivalen. Ist das das Holz, aus dem Aufsteiger geschnitzt sind?

Naja, klar ist nur eines: Wir fühlen uns in  der Rolle des vermeintlichen Außenseiters wohler. Gegen Uhingen waren wir in der Pflicht und mussten liefern. Wir haben nicht gut gespielt, letzte Saison hätten wir so ein Spiel wahrscheinlich verloren. In Vöhringen hat jeder Einzelne seinen Teil zum Erfolg beigetragen, vor allem war es eine überragende Abwehrleistung.

Hohenems führt mit drei Punkten Vorsprung vor dem TVA, einen Zähler hinter Altenstadt lauern Vöhringen und Reichenbach. Erwarten Sie einen Vierkampf um den Titel oder nur einen Dreikampf um den Relegationsplatz?

Weder noch. Hohenems steht zwar zurecht vorne, ist aber noch lange nicht durch. Zu den Anwärtern auf die Spitze zähle ich auch noch Biberach und Steinheim mit je zwölf Minuspunkten. Jeder aus diesem Sextett wird noch Federn lassen. Nach dem Sieg in Vöhringen wissen unsere Spieler aber, dass sie, wenn sie ihre Leistung zu hundert Prozent abrufen, für jeden Gegner nur ganz schwer zu schlagen sind.

Und wenn sie keine hundert Prozent aufs Parkett bringen?

Dann kann es auch gegen den Zehnten schiefgehen. Die Landesliga ist eine spannende Liga, da geht nichts im Vorbeigehen.

Wie wichtig ist für den TVA die Leistung der Abwehr?

Sie steht über allem. Wir müssen in der Deckung Bälle gewinnen und dann über die erste oder zweite Welle Tore werfen.

Weil der Angriff im Positionsspiel Probleme hat?

Mit unserer körperlichen Konstitution tun wir uns eben schwer. Wir haben nicht die beiden großgewachsenen Rückraumshooter wie andere Mannschaften. Wir müssen vorne schnell spielen, um unseren Geschwindigkeitsvorteil auszuspielen.

Was macht die Stärke des TV Altenstadt aus, außer der stabilen Deckung?

Wir haben enormen Teamgeist und eine super Stimmung in der Mannschaft. Jeder Spieler ist wissbegierig und lernfähig, das Team vertraut dem Trainer total.

Die Verpflichtung von Andreas Frey als neuem Coach vor Saisonbeginn war ein Glücksgriff.

Absolut. Er ist ein Supertyp mit einem guten Draht zu jedem einzelnen Spieler. Andy hat außerdem eine klare Struktur, und die Mannschaft hat längst kapiert, dass sie Erfolg hat, wenn sie seinen Matchplan umsetzt. Team und Trainer harmonieren einfach perfekt.

Wo landet der TVA am Saisonende?

Wir wollen so weit oben stehen wie möglich.

Geht’s auch etwas konkreter?

Wir wollen unter die ersten Vier.

Käme ein Aufstieg für die junge Mannschaft womöglich zu früh?

Mit dem Aufstieg beschäftigen wir uns im Moment überhaupt nicht. Dafür ist der Weg noch viel zu weit. Sollte es aber tatsächlich passieren, dann nehmen wir es so und denken nicht drüber nach, ob es vielleicht zu früh sein könnte.

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