"Fürs Land zu spielen ist ein Traum"

Die Berufung zum DHB-Lehrgang nach Heidelberg ist für Ina Großmann (Mitte rechts, mit Trikotnummer 21 - hier neben Alexandra Kubasta nach dem erreichten Erstligaaufstieg in der Bietigheimer Sporthalle in der Vorsaison) die Belohnung der starken Vorstellungen in der Bundesliga. Morgen will sie in Leverkusen glänzen. Foto: arc
Die Berufung zum DHB-Lehrgang nach Heidelberg ist für Ina Großmann (Mitte rechts, mit Trikotnummer 21 - hier neben Alexandra Kubasta nach dem erreichten Erstligaaufstieg in der Bietigheimer Sporthalle in der Vorsaison) die Belohnung der starken Vorstellungen in der Bundesliga. Morgen will sie in Leverkusen glänzen. Foto: arc
KRISTIN MEYER 29.12.2012
Vom 14. bis 16. Januar 2013 findet im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar ein DHB-Lehrgang für 14 Perspektivspielerinnen statt. Mit dabei auch Ina Großmann, die morgen mit den TusSies in Leverkusen gastiert.

Große Ehre für die schnellste TusSie: Eine tolle Nachricht erhielt die Metzinger Flügelflitzerin Ina Großmann per elektronischer Post. Bundestrainer Heine Jensen hat die 22-Jährige gemeinsam mit 13 anderen Spielerinnen zu einem DHB-Lehrgang im Januar 2013 nach Heidelberg eingeladen.

Mit ungefähr sechs Jahren startete Ina Großmann ihre Handballkarriere - das sie es einmal so weit bringen würde, war damals freilich noch nicht abzusehen.

Ihre ersten Schritte machte sie bei der heimischen HSG Schönbuch, bei der sie bis zu ihrem Wechsel nach Sindelfingen im Jahr 2008 spielte. Im letzten Jahr bei der HSG trainierte Großmann bereits ein Mal in der Woche beim VfL Sindelfingen mit, in ihrer ersten Saison in Sindelfingen schaffte die Mannschaft die Meisterschaft in der 2. Liga und somit den Sprung in die Beletage des deutschen Frauenhandballs.

Zur Saison 2010/2011 erhielt Großmann ein Doppelspielrecht, sodass sie fortan auch für die Metzinger TusSies, damals noch in der 2. Liga, spielberechtigt war. Nach dieser Saison kehrte sie zum VfL Sindelfingen zurück - allerdings nur für sechs Wochen. Dann gingen die neuformierten Kickers Sindelfingen (Stuttgarter Kickers und VfL Sindelfingen schlossen sich im Frauenhandball zusammen) nämlich pleite und der komplette Kader stand ohne Verein da. Weil die Verantwortlichen in Metzingen die flinke Linksaußen am liebsten gar nicht nach Sindelfingen zurück gehen lassen wollten, wurde nicht lange überlegt, und Ina Großmann steht nun seit 2011 einzig und allein bei den TusSies unter Vertrag. Und auch hier schaffte sie in ihrem ersten Jahr die Meisterschaft in der nun eingleisigen Zweiten Liga und den damit verbundenen Aufstieg in die Bundesliga.

Während ihrer Jugend durchlief sie im Grunde genommen alle Auswahlmannschaften und auch das Trikot mit dem Bundesadler auf der Brust durfte Großmann bereits tragen. Bei den DHB-Juniorinnen war sie bei mehreren Maßnahmen dabei und konnte mit starker Leistung dann sogar an der U-20-WM in Südkorea teilnehmen, bei der die deutsche Mannschaft immerhin Platz sieben belegte. Nun also eine neue Herausforderung bei ihrem ersten A-Lehrgang. Am morgigen Sonntag (16 Uhr, Smidt-Arena) will Ina Großmann in Leverkusen im TuS-Dress gegen Gastgeber TSV Bayer 04 Leverkusen zeigen, dass ihr die Berufung zum DHB-Lehrgang weiteren Aufwind verliehen hat.

Frau Großmann, erst mal Glückwunsch zu Ihrer Nominierung für den DHB-Lehrgang. Wie erfährt man von so einer Einladung?

INA GROSSMANN: Ganz normal über eine E-Mail. Diese kam am Freitag vor einer Woche. Ich habe das im ersten Moment gar nicht geglaubt, dann hab ich mich aber natürlich riesig gefreut.

Waren Sie überrascht?

GROSSMANN: Ja, es war schon überraschend. Mit so was rechnet man ja nicht unbedingt. Zumal die Europameisterschaft gerade erst vorbei war und die deutschen Mädels ihre Sache in Serbien sehr gut gemacht haben. Aber so freut es einen natürlich umso mehr und es ist eine große Ehre dabei zu sein.

Zu diesem Lehrgang sind ausnahmslos junge Spielerinnen eingeladen.

GROSSMANN: Ja, es wird auch offiziell als Lehrgang der Perspektivspielerinnen bezeichnet. Es sind viele "Neue" dabei, aber auch ein paar, die jetzt bereits bei der EM dabei waren. Viele kenne ich noch aus der gemeinsamen Zeit bei der U-20-WM in Südkorea.

Was wird Sie während der drei Tage in Heidelberg erwarten?

GROSSMANN: Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht so genau. Wir werden einige Male miteinander trainieren und sonst mal schauen. Wie der genaue Plan aussieht, erfahren wir erst vor Ort.

Wie haben Ihre Teamkolleginnen bei den TusSies reagiert?

GROSSMANN: Ich denke, sie haben sich alle gefreut. Das ändert aber nichts an unserem gemeinsamen Ziel, das immer noch Klassenerhalt in der Bundesliga lautet.

Wie sehen Sie eine mögliche Zukunft in der A-Nationalmannschaft?

GROSSMANN: Darüber habe ich bisher nicht nachgedacht. Es sind viele junge Spielerinnen eingeladen, ich werde versuchen mein Bestes zu geben. Wenn ich wieder kommen darf, freut mich das sehr. Wenn nicht, geht die Welt nicht unter. Der Sport ist schnelllebig - so schnell wie es hoch geht, kann es auch wieder vorbei sein. Dennoch ist es für jede Spielerin ein Traum, für ihr Land zu spielen. Es wäre eine große Sache, richtig dabei zu sein.

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