Handball „Es hat Spaß gemacht“

Es war schön, geht aber nicht mehr weiter. Alexander Trost zieht seine temporäre grün-weiße Göppinger Dienstkleidung wieder aus.
Es war schön, geht aber nicht mehr weiter. Alexander Trost zieht seine temporäre grün-weiße Göppinger Dienstkleidung wieder aus. © Foto: Eibner
Dettingen / Von Wolfgang Seitz 12.01.2018
Alexander Trost hat das Abenteuer bei Frisch Auf Göppingen wie geplant beendet, ist wieder in Stand-by-Funktion beim TSV Neuhausen/Filder.

Es war die Handball-Sensation des Jahres 2017 – zumindest in der Region. „Alexander Trost wechselt zum Erstligisten Frisch Auf Göppingen.“ Man war geneigt, dies als „Fake-News“ abzutun, hatte sich doch der frühere Rechtsaußen des VfL Pfullingen, HBW Balingen-Weilstetten und TV Neuhausen, später dann auch Geschäftsführer beim TVN, schon Richtung hanballerischer Ruhestand orientiert. Nach einem Intermezzo in der zweiten Mannschaft des TSV Dettingen warf er beim TSV Neuhausen/Filder noch einmal höherklassig Bälle, erfüllte dort zuletzt mit zwei Trainingseinheiten pro Woche den Status eines Stand-by-Spielers. Bei Engpässen auf der rechten Seite wäre er eingesprungen. War aber nicht der Fall. Zumindest nicht auf den Fildern. Sehr wohl aber unterm Hohenstaufen. Dort hatte Dr. Rolf Brack das Traineramt übernommen, er kannte „Ali“ Trost aus gemeinsamen Jahren in Pfullingen und Balingen. Und so nahm alles seinen Lauf. Ein Anruf, ein Trainingsbesuch – und der Linkshänder trug grün-weiß.

Highlight Europapokal

„Ich habe abgewogen, ob es Sinn macht. Man hat ja auch einen Anspruch an sich selbst“, sagt Alexander Trost rückblickend. Und es hat nicht nur Sinn gemacht, sondern auch Spaß, noch einmal auf der großen Bühne mitzumischen. „Ich hatte sogar Einsätze im Europapokal“, freut sich der Dettinger im Nachhinein, der es keine Sekunde bereut hat, die Herausforderung anzunehmen. Der „Aushilfsjob“ war bis Weihnachten befristet und ist damit nun beendet, obwohl die Not nach wie vor groß ist bei Frisch Auf. Anton Halen befindet sich nach einer Operation am Brustmuskel im Aufbautraining, Tomas Urban hat sich bei seinem ersten Einsatz die Achillessehne gerissen. Verständlich, dass die Göppinger nun vermehrt auf dem Spielermarkt nach jenen suchen, die den Ball mit links zu spielen pflegen. Zeit haben sie bis zum Ende der Wechselfrist am 15. Februar.

Es geht nicht mehr

Gefragt hat man auch, wen wundert’s, bei Alexander Trost. „Das hätten sie nicht getan, wenn man mit mir nicht zufrieden gewesen wäre“, ist dies für den 36-Jährigen ein Indiz, dass er seine Sache so schlecht nicht gemacht hat. Trotzdem ist Schluss. „Für die Zeit bis Weihnachten hatte ich von meinem Arbeitgeber alle Freiheiten, aber nun geht es einfach nicht mehr. Das ist jobmäßig nicht zu schaffen, zumal viele Spiele unter der Woche sind und oft schon ab 16 Uhr trainiert wird.“

Alexander Trost widmet sich nun wieder dem Beruf, trainiert zwei Mal pro Woche bei Neuhausen/Filder und springt ein, wenn beim Drittligisten Not am Mann ist.  „Das halbe Jahr mit Ralf Bader will ich noch genießen“, blickt der Rechtsaußen auf Abruf voraus.

Sein alter Weggefährte trainiert die Neuhäuser, wechselt dann zur neuen Spielzeit als Kommandogeber zur SG BBM Bietigheim. Ob dann dort vielleicht....? „Nein“, beantwortet Alexander Trost die Frage, bevor sie überhaupt gestellt ist. Obwohl: Ähnlich hätte er auch reagiert, wenn man ihm im Sommer 2017 eine grün-weiße Zukunft prophezeit hätte.

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