Zwei Ziele hat sich Jonas Maier für seine erste Saison beim Zweitligisten SG BBM Bietigheim gesetzt. Mit der Mannschaft will er wieder zurück in die Bundesliga und er persönlich hofft auf mehr Einsatzzeiten. Das war in der Vorsaison beim TBV Stuttgart schwierig hinter einer Torhüter-Ikone wie Johannes Bitter. „Beide Seiten haben erkannt, dass die Situation in Stuttgart für mich sehr unbefriedigend ist. Jogi Bitter hatte unglaublich viel Spielanteile“, erzählt der 25-Jährige von einem Gespräch mit Stuttgarts Trainer und Geschäftsführer Jügen Schweik­ardt. Profitiert hat der gebürtige Schwetzinger enorm von der Erfahrung, der Klasse und der Ausstrahlung von Bitter, ebenso wie zuvor während der zwei Jahre beim TBV Lemgo vom Polen Piotr Wyszomirski. In Lemgo hatte Maier von 2015 bis 2017 wesentlich mehr Einsätze als danach in Stuttgart. „Es ist an der Zeit, mehr zu spielen“, so Maier zu seinem Wechsel zur SG BBM.

Nachfolger von Ebner

Beim Bundesligaabsteiger tritt er im Torhüterduo die Nachfolge von Domenico Ebner an, der zum Erstligisten TSV Hannover-Burgdorf gewechselt ist. Gerne wäre auch Maier in der Ersten Liga geblieben. „Ich war vier Jahre in der Bundesliga aktiv und hätte mir natürlich gewünscht, dass ich dort auch mit Bietigheim antrete. Aber der Fokus liegt auf Spielzeiten und darauf, Erfahrung zu sammeln. Es ist ganz klar so, dass auch die Zweite Liga inzwischen eine enorme Qualität aufweist und sicher sieben oder acht Teams mit uns um den Aufstieg mitspielen werden. Darauf freue ich mich“, sagt Maier. Die Offerte der SG BBM hat er trotz anderer Angebote aus der Ersten und Zweiten Liga angenommen. Das begründet der ehemalige Junioren-Nationaltorhüter so: „Es war auf jeden Fall das Umfeld und die Nähe zu Stuttgart, wo meine Freundin Jonna und ich uns in den letzten Jahren sehr wohlgefühlt haben. Geschäftsführer Bastian Spahlinger hat mir immer das Gefühl gegeben, dass die SG mich wirklich für sich gewinnen will. Die Strukturen sind gegeben, um das Ziel zu erreichen und mittelfristig Erste Liga zu spielen.“

Sofort fester Bestandteil

Vom ersten Trainingstag an fühle er sich als fester Bestandteil des „eingeschworenen Teams“ und sei super aufgenommen worden. Auch privat fühlt er sich zusammen mit seiner Freundin in der Wohnung mitten in der Bietigheimer Altstadt wohl. Das Paar hat auch die Cafes und Restaurants mittlerweile zu schätzen gelernt und ist in der Freizeit mit dem Hund entlang der Enz unterwegs.
 Auch bei der SG BBM bildet er ein Torhüterduo mit einem erfahrenen Keeper, diesmal mit Jürgen Müller. Zudem kann er von der akribischen Arbeit von Torwart-Trainer Hans-Ulrich Kämpf profitieren, der schon viele Spieler zwischen den Pfosten betreut und voran gebracht hat. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Jürgen, ich werde aber um meine Spielzeiten kämpfen. Ich habe großen Respekt vor ihm, wie er sich immer wieder hinten angestellt und trotzdem seine Leistung abgerufen hat, wenn es darauf ankam und gleichzeitig ein großer Motivator war“, sagt Maier über seinen sieben Jahre älteren Konkurrenten.

Schon früh kam der Schwetzinger mit dem Profi-Handball in Berührung. Mit 18 Jahren rückte er von den Junioren in den Kader der Rhein-Neckar Löwen auf und gewann mit den Mannheimern 2013 den EHF-Pokal. Danach wechselte er zu den Kadetten Schaffhausen, mit denen er 2014 und 2015 jeweils die Schweizer Meisterschaft gewann. Mit dem Meisterdoppel ging es für zwei Jahre zum TBV Lemgo und 2017 zum TVB Stuttgart.