Das 974-Stadion im Hafen Dohas war am Mittwochabend fest in argentinischer Hand. Wohin man auch in dem Rund blickte: Weiß und Himmelblau, die Farben Argentiniens, dominierten. Die polnischen Fans waren unter den 44 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena eindeutig in der Minderheit. Argentinien spielte dann auch wie eine Heimelf. Und gewann mit 2:0 (0:0).
Personal und Taktik Argentiniens Nationalcoach Lionel Scaloni setzte Lautaro Martinez auf die Bank. Dem Angreifer von Inter Mailand war in den ersten beiden Partien nicht viel gelungen. Für ihn stürmte im letzten Gruppenspiel Julian Alvarez vom englischen Meister Manchester City. Polens Superstar Robert Lewandowski (FC Barcelona) bekam mit Karol Swiderski vom US-Erstligisten Charlotte FC einen Sturmpartner an die Seite gestellt.
Die Polen agierten im klassischen 4-4-2, Argentinien im 4-3-2-1, mit Lionel Messi (Paris St. Germain) und Angel di Maria (Juventus Turin) als hängende Spitzen hinter Alvarez.
Spielverlauf Die Polen erwarteten ihren Gegner konsequent mit zwei Vierer-Ketten, ließen Argentinien kommen, lauerten auf Konter. Die Südamerikaner machten Druck, hatten ein klares Plus in Sachen Ballbesitz, ließen die Kugel laufen, mal über die Außen, häufig auch durch die Mitte, wo Lionel Messi als Zielspieler wartete. Der Superstar hatte die erste Chance, prüfte Torwart Wojciech Szczesny (10.). Linksverteidiger Marcos Acuna verfehlte aus 18 Metern nur knapp das Tor (29.), auch Alvarez scheiterte am Torwart von Juventus Turin (36.). Tja, und dann gab es auch noch Elfmeter für die Himmelblau-Weißen. Messi trat, Szczesny ahnte jedoch die Ecke und hielt (39.).
Polen hielt die Null. Mit Glück und Geschick – bis kurz nach der Pause. Alexis Mac Allister traf nach Hereingabe von Nahuel Molina. 1:0, die überfällige Führung für Argentinien (46.). Das 974 glich nun einem Tollhaus. Die Mannschaft von Trainer Scaloni blieb, inspiriert von den Gesängen aus tausenden Kehlen, Chef im Ring. Die Polen standen nun unter Druck, sie mussten etwas tun, um ein Ausscheiden zu vermeiden. Doch von Robert Lewandowski und Co. kam nicht viel. Es war ein Klassenunterschied. Lewandowski sah kaum mal einen Ball, war völlig auf sich alleine gestellt.
Enzo Fernandez, zentraler Mittelfeldspieler der Argentinier und einer der besten Spieler auf dem Feld, bereitete den zweiten Treffer vor. Er steckte die Kugel wunderbar auf Julian Alvarez durch, dessen Schuss in den Winkel ebenso wunderbar war. 2:0 für den zweifachen Weltmeister (68.). Es war mehr als eine Vorentscheidung gegen enttäuschende Polen.
So geht es weiter Argentinien trifft im Achtelfinale am Samstag, 18 Uhr, auf Australien. Das polnische Nationalteam ist punktgleich mit Mexiko, hat aber das etwas bessere Torverhältnis und ist als Gruppenzweiter weiter – und trifft am Sonntag, 20 Uhr, auf Frankreich.