Vizeweltmeister bei der WM 2018 in Russland, nun Dritter bei der WM in Katar. Die kroatische Fußball-Nationalmannschaft hat ihre Spitzenstellung im Weltfußball untermauert. Das Team von Trainer Zlatko Dalic gewann am Samstagabend das Spiel um Platz drei mit 2:1 (2:1) gegen Marokko. „Platz drei oder Platz vier – das macht schon ein Unterschied bei einer WM“, hatte der Coach vor dem letzten Auftritt seiner Schützlinge bei der Endrunde am Persischen Golf gesagt. Dalic wollte das Spiel auf keinen Fall herschenken, auch wenn es diesmal nicht geklappt hat mit dem Einzug ins große Finale, die Enttäuschung nach der deutlichen 0:3-Niederlage im Halbfinale gegen Argentinien riesig war.
Die kroatischen Spieler hatten offenbar ihrem Trainer gut zugehört. Sie gingen von Beginn an konzentriert und druckvoll zu Werke, wollten, das war deutlich zu spüren, das Match für sich entscheiden. Innenverteidiger Josko Gvardiol von Bundesligist TSG Hoffenheim brachte die Kroatien früh mit einem sehenswerten Flugkopf (7.) in Front. Doch auch Marokko zeigte, warum es so stark war bei dieser WM. Die Mannschaft von Trainer Walid Regragui schlug umgehend zurück. Nach einem Freistoß war Abwehrspieler Achraf Dari zur Stelle, ebenfalls per Kopf (9.). Es war eine sehenswerte Partie im Khalifa International Stadion in Doha, in dem die deutsche Mannschaft ihr Auftaktspiel gegen Japan mit 1:2 in den Sand gesetzt hatte.
Die erfahrenen Kroaten um Superstar und Mittelfeldregisseur Luka Modric schienen vom Ausgleich nicht sonderlich beeindruckt zu sein. Erneut legten sie den Vorwärtsgang ein, erneut gingen sie in Führung. Diesmal dank eines Geniestreichs von Mislav Orsic, der den Ball von der 16-Meterraum-Kante über Marokkos Keeper Bono an den Innenpfosten zirkelte, von wo aus die Kugel ins Netz sprang. 2:1 nach 42 Minuten. So ging es in die Pause.
Nach dem Wiederanpfiff mühte sich Marokko vergeblich, der Begegnung eine Wende zu geben. Das Überraschungsteam dieses Turniers wirkte ein wenig müde, musste sich am Ende geschlagen geben. Die Kroaten gewannen verdient. Ihr Sieg hätte angesichts einiger guter Konterchancen noch höher ausfallen können. In der letzten Minute der Nachspielzeit hätte durchaus der Ausgleich fallen können. Der Kopfball von Mittelstürmer Youssef En-Nesyri strich knapp über die Latte. So aber jubelten die Kroaten und Luka Modric, dem sein Coach nach dem Abpfiff zum Dank einen Kuss auf die Stirn verpasste.