Am Sonntag, 20. November startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Der Gastgeber aus Katar eröffnet mit dem Spiel gegen Ecuador das Turnier. Unter den 32 Teams zählen einige Teams zu den Favoriten auf den WM-Pokal. Große Chancen werden dem amtierenden Weltmeister Frankreich und den südamerikanischen Top-Teams aus Brasilien und Argentinien ausgerechnet. Jedoch sollte man die europäischen Teams wie Vize-Europameister England, Spanien, Deutschland oder Belgien mit in den Favoritenkreis aufnehmen.
Der große Favoritencheck für die Weltmeisterschaft in Katar.

Argentinien in WM-Form

Seit 36 Spielen ohne Niederlage, das bislang letzte verlorene Spiel vor über drei Jahren - und ein im Nationalteam aufblühender Lionel Messi: Aus Sicht von Argentinien kommt die WM zu richtigen Zeit. Durch den Sieg im Test gegen die Vereinigten Arabischen Emirate setzte die Albiceleste erneut ein Ausrufezeichen. Argentinien ist in dieser Form ein heißer Anwärter auf den Titel.

Brasilien trumpft mit Neymar und Vinicius Junior auf

Rekord-Weltmeister Brasilien ist in bestechender Verfassung, das zeigte sich auch beim Kantersieg gegen Tunesien. Seit 15 Spielen hat die Selecao nicht mehr verloren, 26 Treffer erzielten die Brasilianer in den vergangenen sieben Partien. Es scheint, als habe Trainer Tite die richtige Mischung aus Künstlern wie Neymar oder Vinicius Junior und Arbeitern wie Casemiro oder Marquinhos gefunden.
Die argentinische Nationalmannschaft rund um Superstar Lionel Messi rechnet sich große Chancen auf den Titelgweinn bei der WM 2022 in Katar aus.
Die argentinische Nationalmannschaft rund um Superstar Lionel Messi rechnet sich große Chancen auf den Titelgweinn bei der WM 2022 in Katar aus.
© Foto: Frank Augstein/dpa

Deutschland und die Suche nach WM-Form

Wie gut ist die deutsche Nationalmannschaft? Bundestrainer Hansi Flick setzte beim letzten Testspiel vor der WM gegen den Oman weitestgehend auf Spieler aus der zweiten Reihe - und sah beim knappen 1:0-Sieg einen schwachen Auftritt seiner Mannschaft. Nach dem Ausfall von Timo Werner sind vor allem in der Offensive Ideen gefragt. DFB-Direktor Oliver Bierhoff strahlt dennoch Zuversicht aus, dass Deutschland ein erfolgreiches Turnier spielen wird. „Mentalität, Qualität der Spieler und ein Toptrainer machen mir Hoffnung“, sagte Bierhoff in Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Katar.

Verletztenmisere beim Starensemble Frankreich

Die Sorgen beim Weltmeister Frankreich sind groß. Gerade so entging die Equipe Tricolore dem Abstieg in der Nations League, die Formkurve zeigte gegen Dänemark (0:2) weiter nach unten, dazu kommt die aktuelle Verletzungsmisere. Presnel Kimpembe, N'Golo Kante, Christopher Nkunku und Paul Pogba fallen sicher aus. Zudem wird Weltfußballer Karim Benzema das Turnier in Katar verpassen. Der 34-Jährige hatte sich im Training mit der Nationalmannschaft am Oberschenkel verletzt. Trainer Didier Deschamps kündigte aber bereits an, keine Ausreden gelten zu lassen. Ein Selbstläufer wie 2018 wird das Turnier in Katar für Frankreich jedenfalls nicht.

Vorne zu harmlos, hinten anfällig? Die Lage bei Spanien

Die ganz großen Zeiten von Spanien liegen gut zehn Jahre zurück. Das Team von Trainer Luis Enrique ist zwar immer noch stark besetzt, aber sicher nicht mehr unschlagbar. Trotz Problemen in der Defensive und vor allem beim Torabschluss gelten die Spanier neben Deutschland als Favorit auf den Gruppensieg. Die Saison in der Nations League war nicht überzeugend. Wie gut die Spanier wirklich sind, wird die Vorrunde bei der WM zeigen. Kurz vor dem Start der WM gab es nochmal eine Veränderung im Kader. Linksverteidiger José Gayà hat sich im Training am Knöchel verletzt und musste abreisen. Für ihn wurde Alejandro Balde vom FC Barcelona nachnominiert.

Niederlande mit Louis von Gaal in Lauerstellung

Louis van Gaal hat der Niederlande neues Leben eingehaucht. In den 15 Partien seit der enttäuschenden EURO ist der frühere Bayern-Trainer ungeschlagen. Mit variablem Offensivfußball qualifizierten sich die Niederländer nicht nur für das Finalturnier der Nations League, sie gehören aktuell auch zu den wenigen formstarken Teams in Europa. Dazu kommt eine vermeintlich einfache Gruppe in Katar. Georginio Wijnaldum vom AS Rom fehlt wegen eines Schienbeinbruchs.

Wie abhängig ist Portugal von Ronaldo?

Natürlich richten sich die Blicke auf Cristiano Ronaldo. Auf den Superstar wartet die letzte Chance, doch der 37-Jährige steckt in einer Formkrise. Er spielt bei Manchester United keine Rolle mehr. Und obwohl Ronaldo nach wie vor die zentrale Rolle einnimmt, besitzt Portugal einen ausgeglichenen Kader. Zwar verpassten Ronaldo und Co. gegen Spanien unglücklich das Finalturnier, zuvor hinterließen sie aber einen guten Eindruck. Schwer wiegt sicher der Ausfall von Diogo Jota vom FC Liverpool

Goldene Generation? Der ewige Geheimfavorit Belgien

Mehr als ein Geheimfavorit ist Belgien aktuell nicht - wie bei den letzten Weltmeisterschaften auch. Gegen die Niederlande blieben die Roten Teufel in der Nations League chancenlos, mit Platz zwei konnten Kevin de Bruyne und Co. kein Ausrufezeichen setzen. Und dennoch sind die Erwartungen in der Heimat groß: In Katar wartet für die "goldene Generation" womöglich die letzte Chance auf den ersten großen Titel.

England muss auf Ben Chilwell verzichten

Abstieg aus der ersten Liga der Nations League, ausgepfiffen von den Fans, harte Kritik in den Medien. England hat vor der WM einiges an Kritik abgekomen. Dazu stand lange auch Nationalcoach Gareth Southgate im Blickpunkt. Die „Three Lions“ müssen auf Ben Chilwell vom FC Chelsea verzichten. Er fällt mit einer Oberschenkelverletzung aus. Zudem muss der Vize-Europameister auf Reece James verzichten. Der Außenverteidiger laboriert an einer Knieverletzung.

Prognose: Wer wird Weltmeister 2022?

Unser Top-Favorit auf den Weltmeistertitel 2022 ist Brasilien. Die Offensive der Südamerikaner ist unglaublich gut besetzt. Vinicius Junior von Real Madrid ist seit geraumer Zeit in absoluter Topform. Auch Neymar scheint angesichts seiner 20 Torbeteiligungen in 14 Pflichtspielen in bestechender Form zu sein. Zudem veredeln Spieler wie Anthony von Manchester United, Raphinha von Barcelona oder Rodrygo von Real Madrid den Angriff. Auch die Defensive lässt sich sehen: Gegen Abräumer Casemiro und die beiden Innenverteidiger Marquinhos und Eder Militao dürften viele Stürmer bei der WM alt aussehen.
Fazit: Auf allen Positionen hervorragend besetzt, kann die Seleção wohl nur an sich selbst scheitern. Bekommt Brasilien den Kader mit einem Gesamt-Marktwert von 1,09 Mrd. Euro zu einer echten Einheit geformt, ist der WM-Titel 2022 auf jeden Fall möglich.

Gruppen bei der WM