Titelverteidiger Frankreich steht bei der Fußball-WM in Katar im Halbfinale. Das Team von Trainer Didier Deschamps gewann am Samstagabend das Viertelfinalspiel gegen England durchaus glücklich mit 2:1 (1:0). Die Franzosen treffen nun am kommenden Mittwoch (20 Uhr) auf das Überraschungsteam Marokko, das zuvor Portugal mit 1:0 besiegt hatte.
Beide Teams tasteten zunächst einender ab. Hin und wieder zogen die Franzosen das Tempo an – und dann wurde es auch gefährlich. Ein schöner Spielzug über Kylian Mbappé, Ousmane Dembelé und Antoine Griesmann landete bei Aurelien Tchouameni. Der 22-jährige Mittelfeldspieler von Real Madrid nahm sich ein Herz und zog aus 25 Metern einfach mal ab. Der Ball schlug ein. Englands Keeper Pickford streckte sich vergeblich. (17.).
Der Titelverteidiger ruhte sich dann ein wenig auf seiner Führung aus. Die Three Lions kamen auf, drängten auf den Ausgleich. Vor allem Kapitän Harry Kane wollte es wissen. Der Angreifer von den Tottenham Hotspur lieferte sich heiße Duelle mit Dayot Upamecano, dem Innenverteidiger vom FC Bayern München. Kane prüfte gleich zweimal Frankreichs Schlussmann Hugo Lloris (22./29.). Glück hatte Frankreich, dass Kane keinen Elfmeter zugesprochen bekam. Upamecano hatte dem 29-Jährigen zu Fall gebracht. Das Spiel ging aber trotz Überprüfung durch den Video-Schiri weiter (26.).
Die Three Lions zeigten nach dem Rückstand eine starke Reaktion, gingen aber mit einem 0:1-Rückstand in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel machte die Elf von Trainer Gareth Southgate erneut Druck. Jude Bellingham (Borussia Dortmund) kam am 16-Meter-Raum zum Schuss. Diesmal streckte Hugo Loris einen Arm nach oben und wehrte den Ball ab. Eine tolle Parade (46.). Dann wurden die englischen Bemühungen belohnt: Tchouameni holte den umtriebigen Bukayo Saka von den Beinen. Diesmal gab es Elfer: Harry Kane verwandelte sicher gegen seinen Tottenham-Klubkollegen Lloris. 1:1 (54.).
Jetzt wurde die Begegnung munter. Adrien Rabiot hätte postwendend die erneute Führung für den Weltmeister erzielen können (56.). Englands Harry Maquires Kopfball streifte den Posten (69.). Dann begann die Show des Olivier Giroud. Zunächst scheiterte der 36-Jährige an Keeper Pickford. Dann war er zur Stelle, erzielte nach Griezmann-Flanke per Kopf das 2:1 (79.).
Doch die Führung wackelte gewaltig. Theo Hernandez rempelte Mason Mount um – erneut gab es Elfmeter. Zum Entsetzen der englischen Fans hämmerte Kane den Strafstoß diesmal über die Latte (84.). Es blieb beim knappen Vorsprung für die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps, die auf dem besten Weg ist, ihren Titel zu verteigen.