Joachim Löw macht die Tür für ein EM-Comeback immer noch ein bisschen weiter auf. Und Thomas Müller lässt längst keine Zweifel mehr aufkommen, dass er schon bald mit Schwung durch diese hindurchmarschieren will. „Ich habe Lust, im nächsten Sommer nach Titeln zu jagen. Was dann am Ende passiert, das werden wir sehen“, sagte der bislang 100-malige Nationalspieler nach dem 4:2 des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund über eine von niemandem mehr ausgeschlossene Rückkehr ins DFB-Trikot.
Genau zwei Jahre nach der damals sensationellen Ausbootung von Müller und seinen Weltmeister-Kollegen Mats Hummels und Jérôme Boateng verfolgt die Dauer-Debatte den Bundestrainer unverändert. Mit seinen jüngsten Interview-Aussagen hat Löw ihr nun selbst nochmal richtig Fahrt gegeben. Auch als Tribünengast beim Gipfeltreffen weichte er seine Wortwahl im Sinne Müllers wieder ein bisschen auf. „Einen Umbruch sollte man nicht völlig abbrechen“, meint Löw weiterhin. Dass man ihn aber unterbrechen kann, ist mittlerweile seine offizielle Sprechweise. Die EM sei „ein eigener Wettbewerb, und selbstverständlich ist es unsere Aufgabe, die besten Spieler, die es gibt, und die beste Mannschaft mitzunehmen, um den größtmöglichen Erfolg zu garantieren“.

Der Auserkorene im Oldie-Trio?

Entsprechend mutiger wird Müller, der offenbar der Auserkorene aus dem Oldie-Trio ist. „Ob beim Champions-League-Finale – das ganz klar unser Ziel ist – für mich terminlich Schluss ist oder nicht, das schauen wir dann. Aber die Lust ist groß, bei den Jungs dieser Generation auch mitzumachen“, sagte der 31-Jährige und witzelte wie zum Beweis mit dem neben ihm stehenden Leon Goretzka als Vertreter der viel beschworenen 95er-Generation, die Müller, Hummels und Boateng fußballerisch obsolet machen sollte.