Querpass Hamburger Perle

 über die Gefahr der Abhängigkeit von einem Investor
über die Gefahr der Abhängigkeit von einem Investor © Foto: Gerold Knehr
Hamburg / Gerold Knehr 14.02.2019

„Noch vor einem Jahr hätte ich gesagt: Hamburg hat drei Perlen: die Elbphilharmonie, unser neues Hotel – und den HSV. Jetzt hat es leider nur noch zwei.“ Also sprach Klaus-Michael Kühne, der 81 Jahre alte Logistik-Milliardär aus der Hansestadt, der gut 20 Prozent Anteile an der Fußball-AG des Hamburger SV besitzt und größter Einzelaktionär ist. Es war zur Zeit, als der damalige Bundesliga-Dinosaurier mitten im Abstiegskampf steckte. Kurz darauf wurde wahr, was 55 Jahre unmöglich schien: der HSV stürzte in die zweite Liga ab.

Schon öfter hatte Kühne für Angst und Schrecken bei Fans und Funktionären gesorgt. Im September 2017 hatte der Mann, der bislang geschätzte 100 Millionen Euro in den HSV gesteckt haben soll, dem Klub gedroht, er schließe jetzt den Geldhahn. Zwölf Monate später folgte die erneute Ansage, er wolle nun alle seine Anteile loswerden und komplett aussteigen.

Aktuell führt der HSV die zweite Tabelle der Fußball-Bundesliga an. Und plötzlich klingt Kühne ganz anders. Momentan verhandelt der Investor über die Verlängerung der Stadion-Namensrechte. Berichte über weitergehende Pläne mit weiteren Deals im zweistelligen Millionenbereich lässt Kühne jedoch dementieren.

Es ist die Krux nicht nur beim HSV, dass man frisches Geld gut gebrauchen kann, aber dabei Gefahr läuft, zur Marionette eines einzelnen Investors mit all dessen Launen zu werden. Hannover 96 mit Martin Kind ist ein weiteres Beispiel dafür, dass bei einer solchen Konstruktion nicht alleine die Vereinsbelange zählen, sondern auch Interessen einzelner.

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