Radio Müller sendete aus dem Teamhotel solange, bis Mats Hummels die Sendung abrupt beendete. Der Dortmunder holte seinen Rückkehrer-Kumpel Thomas Müller kurzerhand vom Mikrofon weg, aber eigentlich war nach einer halben Stunden Pressekonferenz auch alles gesagt: Vielredner Müller will dazu beitragen, bei der anstehenden EM „Großes“ zu erreichen.
Müllers verbales EM-Programm gipfelte am Sonntag in den Tiroler Bergen in einer klaren Ansage: „Ich habe Erfahrung im Gepäck. Ich will vorangehen. Ich will ein Katalysator sein, damit das Team den Turbo zünden kann“. Dabei gehe es bei ihm nicht „ums Brüllen und die Lautstärke“ auf dem Platz, sagte der wortgewaltige Leitwolf des FC Bayern. Aber für den Erfolg „darf es auch mal verbal scheppern“.
 Müller verströmte Optimismus und Energie: „Ich spüre, dass diese Mannschaft ans Limit gehen wird.“ Die „persönliche Niederlage“ seiner Ausmusterung durch Joachim Löw im Frühjahr 2019 kann er nun in einen Triumph verwandeln. Er scherzte sogar: „Meine DFB-Aufenthaltsquarantäne war länger als 14 Tage.“

Sechs Wochen Konzentration

Vor seinem Länderspiel-Comeback an diesem Mittwoch in Innsbruck gegen Dänemark (21 Uhr/RTL) mag er aber nicht auf die Zeit nach Löw blicken, sondern nur auf möglichst „euphorische sechs Wochen“ –  sprich: bis zum Finale. Noch einmal bei einem Turnier die „deutschen Farben zu vertreten und um den Titel mitzuspielen“, reizt den 100-maligen Nationalspieler. Was danach komme, wenn Hansi Flick als Bundestrainer übernimmt, interessiere ihn jetzt „nullkommanull“.
Am Donnerstag sollen die Champions-League-Sieger Kai Havertz, Antonio Rüdiger und Timo Werner nach Österreich kommen. „Das gibt dir Selbstbewusstsein, dass du auf höchstem Niveau performen kannst“, erwartet Müller durch die Chelsea-Profis einen zusätzlichen Impuls für das DFB-Team.