Kommentar Dominik Guggemos über den Umgang mit Fußballtrainern Ein Plädoyer für Geduld

© Foto: Marc Hörger
Leverkusen / Dominik Guggemos 02.11.2018

Es sei eine „Sauerei“, wie mit Trainer Heiko Herrlich umgegangen werde, wütete der Sportchef von Bayer Leverkusen, Rudi Völler. Die Wortwahl war deftig, im Kern hat er allerdings recht. Klar ist: Eine 3:2-Niederlage beim FC Zürich in der Europaleague kann nicht Leverkusens Anspruch sein. Aber warum die Kritik immer auf den Trainer konzentrieren? Es sind die Spieler, die auf dem Feld stehen und ihre Leistung bringen – oder eben nicht. Herrlich und sein Team haben die perfekte Antwort gegeben: 6:2 in Bremen, 5:0 im Pokal in Gladbach – das war ein Statement. Und ein Plädoyer für Geduld mit Trainern.

Eher unerwartet war, dass der ehemalige Chaos-Verein Schalke 04 nach dem Horrorstart mit fünf Niederlagen in den ersten fünf Bundesligaspielen ebenfalls ruhig geblieben ist. Schalke-Boss Christian Heidel stellte sich vehement vor Trainer
Domenico Tedesco. Und dieser lieferte. Sieben Punkte aus den nächsten vier Ligaspielen. Gute Chancen aufs Champions League Achtelfinale. Einzug ins Pokal-Achtelfinale. Es gibt noch einiges zu tun für die Schalker Mannschaft, aber viel besser hätte es nach dem Saisonstart nicht laufen können. Heidel hat Geduld mit seinem Trainer bewiesen. Und wird dafür belohnt.

Geduld geht allerdings auch in die andere Richtung. Nach dem Saisonstart konnte man vielerorts Lobeshymnen über den neuen Bayern-Trainer Niko Kovac lesen. Nach dem Motto: „Sind diese Bayern zu schlagen?“ Sind sie. Niederlagen in Berlin und gegen Gladbach haben gezeigt, dass man Trainer auch nicht zu schnell zu hoch schreiben sollte.

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