Gelsenkirchen / Von Ulli Brünger und Ralf Jarkowski, dpa

Werder Bremen hat seinen Höhenflug auch im DFB-Pokal fortgesetzt und kann nun von seiner elften Finalteilnahme träumen.

Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt setzte sich im Viertelfinale nach einer hart umkämpften Partie am Ende dank höherer Effektivität mit 2:0 (0:0) beim kriselnden FC Schalke 04 durch. Vor 61 597 Zuschauern in der Veltins-Arena sorgten der starke Torjäger Milot Rashica (65. Minute) und Davy Klaassen (72.) für den den zweiten Erfolg der Norddeutschen im siebten Pokalduell mit den Königsblauen.

Der Revierclub hielt im dritten Pflichtspiel mit „Jahrhunderttrainer“ Huub Stevens lange gut mit und kann sich nun ganz auf den Bundesliga-Abstiegskampf konzentrieren. „Wir haben zu viele Fehler gemacht, von denen eine gute Mannschaft profitiert. Und das darf uns nicht passieren“, sagte der 65 Jahre alte Niederländer.

„Über das Jahr 2019 können wir uns wirklich nicht beschweren, aber Party ist deshalb heute Abend nicht angesagt“, meinte der sichtlich entspannte Kohfeldt. „Wir haben uns gefreut, weil wir ein schweres Auswärtsspiel auf Schalke gewonnen haben.“ Und Torschütze Klaassen befand: „Es war ein schwieriges Spiel und auch nicht gut. Aber wir haben hart gearbeitet und sind verdient weiter.“

Motiviert vom jüngsten 1:0-Sieg in Hannover merkte man Schalke durchaus an, dass die Mannschaft trotz einer desaströsen Bundesliga-Saison um ihre letzte Titelchance kämpfen wollte. Der fünfmalige Pokalsieger setzte in der Anfangsphase vor den eigenen Fans gleich Akzente und hatte etwas mehr vom Spiel, Kapitän Max Kruse machte bei Werder Tempo. Doch viele Aktionen auf beiden Seiten verpufften im Mittelfeld. Spielfluss kam selten auf, und richtig Feuer war selten in der Pokalpartie.

Eine Schrecksekunde erlebten die Gastgeber, als Schalke-Keeper Alexander Nübel einen straffen Schuss von Marco Friedl nicht festhalten konnte, Benjamin Stambouli musste in höchster Not klären (25.). Bremen hatte vor der Pause etwas mehr Ballbesitz und gewann mehr Zweikämpfe - doch der Vorteil brachte nichts Zählbares.

Denn in der Offensive präsentierte sich die Mannschaft von Kohfeldt lange Zeit erstaunlich schwach, die Spielgestalter hatten kaum Ideen. Die beste und einzige Chance für den Tabellen-Sechsten der Bundesliga vor der Pause vergab Johannes Eggestein nach Zuspiel von Bruder Maximilian: Der Ball segelte knapp am Pfosten vorbei (43.).

Nassim Boujellab, der für den Bundesliga-14. aus Gelsenkirchen sein erstes Pflichtspiel in der Startelf bestritt, spielte zentral hinter den Spitzen Breel Embolo und Guido Burgstaller. Kurz nach der Pause hätte der 19-Jährige nach einem beherzten Solo fast die Führung für Königsblau erzielt. Die Schalker waren nun am Drücker, das Tor lag in der Luft, Burgstaller traf aus vier Metern nur den Pfosten (52.).

Doch es kam anders: Rashica brachte den sechsmaligen Pokalsieger mit einem sehenswerten Kracher von der Strafraumgrenze in Führung; beim 2:0 spitzelte Klaassen den Ball gekonnt an Nübel vorbei. Nuri Sahin wird seiner Mannschaft im Halbfinale fehlen: Nach einer ungeschickten Zweikampf-Aktion sah er wegen wiederholten Foulspiels in der Schlussminute Gelb-Rot.

Infos zum Spiel

Kader FC Schalke

Kader Werder Bremen

Pk-Bericht Schalke