Volles Programm für Fußball-Zweitligist VfB Stuttgart: Erst ging es zu Hause gegen Heidenheim (3:0), dann musste der VfB am vergangenen Wochenende auswärts beim FC St. Pauli (1:1) ran. Am kommenden Samstag (13 Uhr/Sky) gastiert das aufstrebende Erzgebirge  Aue (Tabellenvierter) im Zweitliga-Duell in der Mercedes-Benz-Arena. Dazwischen reist der VfB, wieder Dritter in Liga zwei, mal eben nach Leverkusen. Schließlich steht dort am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) das DFB-Achtelfinalspiel beim Bundesliga-Fünften Bayer Leverkusen an. Es ist die dritte Partie binnen acht Tagen. Und eine Begegnung, in die Zweitligist Stuttgart naturgemäß als Underdog geht. Eine neue Rolle und willkommene Abwechslung zum Liga-Alltag, in dem der VfB stets als Favorit, häufig sogar als haushoher Favorit, gilt.

An ihre Chance aufs Weiterkommen, den Einzug ins Pokal-Viertelfinale,  glauben die Stuttgarter dennoch. „Wir wollen immer den maximalen Erfolg“, sagt VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo selbstbewusst. Der 41-Jährige hat Respekt vor dem Gegner, lobt dessen spielerische Qualitäten, die Sprintstärke und „den Speed“ der Bayer-Elf, für den unter anderem Nationalspieler Kai Havertz, Tempodribbler Karim Bellarabi und der wuchtige wie wendige Stürmer Kevin Volland zuständig sind. „Bayer Leverkusen ist bemerkenswert offensivstark“, betont Matarazzo, der allerdings auch die Schwachstelle im System des Gegners entdeckt haben will.

Leverkusen agiere grundsätzlich sehr offensiv und gehe dabei auch ins Risiko, bietet dem Gegner bei Ballgewinn Räume an, entblöße mitunter den Defensivverbund. „Wir müssen also ihre Stärken kontrollieren und selbst genau im richtigen Moment zuschlagen“, betont der VfB-Coach: „Genau darum wird es gehen.“

Der ehemalige Leverkusener Gonzalo Castro – der Mittelfeldspieler war gegen Heidenheim gesperrt, saß dann in St. Pauli zunächst nur auf der Bank – dürfte im DFB-Pokal ins Team zurückkehren. Auch der angeschlagene Kreativspieler Daniel Didavi ist einsatzbereit. Dafür muss Matarazzo wohl oder übel seine Abwehr umbauen. Kapitän Marc-Oliver Kempf steht nach seinem auf St. Pauli erlittenen Kieferbruch ebenso wenig zur Verfügung wie Routinier Holger Badstuber, der nach wie vor seine schwere Muskelverletzung auskuriert.

Wer für die beiden Etablierten aufläuft, lässt der Coach offen. Gut möglich, dass zumindest der 19-jährige Roberto Massimo eine Chance erhält. Klar ist hingegen, wer im Tor steht. Stammkraft Gregor Kobel hat „Probleme mit dem Hüftbeuger“. Er bleibt daheim in Stuttgart, um sich zu erholen, wird die Fahrt nach Leverkusen nicht mitantreten. Für Kobel, der im Zweitliga-Heimspiel am Samstag gegen Aue wieder fit sein dürfte, spielt Fabian Bredlow.

Der VfB sei bereit, die Herausforderung anzunehmen, sich ohne allzu großen Druck mit einem namhaften Gegner aus dem Fußball-Oberhaus wie Bayer Leverkusen zu messen. Auf die Frage, ob der Pokalwettbewerb bei seinen Spielern eine große Rolle spielt, sagte Trainer Matarazzo: „Das werden wir morgen sehen. Mein Gefühl sagt: Ich glaube, sie freuen sich darauf.“

 Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist nach dem eher bescheidenen Remis in der Liga auf St. Pauli gut, versichert Stuttgarts Trainer. Mit der Leistung am vergangenen Wochenende in Hamburg und dem erzielten Ergebnis sei er trotz aller Kritik von außen durchaus zufrieden gewesen. „Auch wenn wir unsere Zielstrebigkeit im Spiel nach vorne verbessern müssen“. Am besten schon im Pokal bei Bayer.

Kapitän Kempf noch bis Donnerstag in der Klink


Drei Spiele in acht Tagen. Die Belastung für die VfB-Spieler ist nach der Winterpause hoch. Deshalb haben die Profis am Montag sehr dosiert trainiert. Fußball-Tennis und „Fünf gegen zwei“ standen auf dem Programm. Am Dienstag wurde die Belastung im Training wieder erhöht.

Kapitän Marc-Oliver Kempf ist nach seinem Kieferbruch, wie berichtet, am Montag erfolgreich im Klinikum Stuttgart operiert worden. Die OP dauerte vier Stunden. Kempf darf das Krankenhaus voraussichtlich am Donnerstag wieder verlassen.