Gelsenkirchen / Von Ulli Brünger und Tobias Brinkmann, dpa

Nach dem Absturz in der Fußball-Bundesliga will der FC Schalke 04 die Pokalchance nutzen, um die Saison einigermaßen versöhnlich abzuschließen.

„Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit haben, vor unseren Fans ein gutes Ergebnis zu holen“, sagte Trainer Huub Stevens vor dem Viertelfinale gegen Werder Bremen am 3. April (20.45 Uhr/ARD und Sky). „Ich glaube, dass die Spieler auch gern das Finale erreichen würden. Denn das ist etwas Besonderes.“

Womöglich wiederholt sich sogar die Fußball-Geschichte der Spielzeiten 2009/2010 und 2010/2011. Mit dem damaligen Trainer Ralf Rangnick wurden die Königsblauen 2010 deutscher Vizemeister und stürzten im Jahr darauf in einer völlig verkorksten Saison auf den 14. Bundesliga-Rang ab. Der 5:0-Sieg im DFB-Pokalfinale 2011 in Berlin gegen den damaligen Zweitligisten MSV Duisburg übertünchte damals eine chaotische Phase der Clubhistorie.

Doch solche Dinge spielen für den Niederländer Stevens ebenso keine Rolle mehr wie seine beiden Pokalsiege mit dem Revierclub 2001 und 2002. „Die Vergangenheit ist nicht wichtig. Man kann das nicht vergleichen mit der Zeit vor zwanzig Jahren. Das Morgen ist wichtig“, sagte der 65-Jährige. Für Schalkes „Jahrhunderttrainer“ zählen nur seine Bundesliga-Rettungsmission und das nächste Spiel, in dem er das bestmögliche Team aufbieten will.

So dürfte jene Elf auflaufen, die zuletzt das wichtige 1:0 in Hannover erkämpfte. „Ich stelle nach Qualität auf“, betonte Stevens. Er will den Spielern „kein Alibi“ geben, in dem schon auf das nächste Bundesliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt geblickt wird. Erneut wird Alexander Nübel im Tor stehen, der am Sonntag mit tollen Paraden den knappen Sieg rettete.

Die Parallelen zur Schalker Situation in den Jahren 2010 und 2011 sind unübersehbar: Im Vorjahr noch gefeierter Meisterschaftszweiter mit Trainer Domenico Tedesco, legte Schalke danach eine ebenso rasante Talfahrt hin wie vor acht Jahren. S04 ist derzeit Tabellen-14. in der Liga - und hat erneut die Chance auf ein Highlight und sogar einen Titelgewinn, der mit dem Europa-League- Einzug verbunden wäre.

Dazu müssten allerdings zunächst einmal die starken Bremer mit dem zurzeit in Galaform spielenden Max Kruse bezwungen werden. „Er ist einer von elf Spielern, die wichtig für Werder sind“, sagte Stevens. Doch dürfe man nicht nur auf Kruse aufpassen. „Sie spielen einen sehr guten Fußball, sind unheimlich viel in Bewegung. Da musst du hellwach sein. Und Kruse ist ein Teil davon.“

Vor gut drei Wochen, beim 2:4 im Bundesligaduell in Bremen, saß noch Tedesco auf Schalkes Trainerbank, vier Tage später folgte das 0:7-Debakel in der Champions League bei Manchester City. Im folgenden Spiel gegen Leipzig (0:1) war dann bereits Stevens im Amt.

Zwar geht der formstarke Tabellensechste aus dem Norden als Favorit in die Partie, doch sowohl Kruse als auch Werder-Coach Florian Kohfeldt warnen. „Wie Schalke in der Liga steht, spielt im DFB-Pokal keine Rolle. Sie können ihre Saison besser machen, wenn sie weiterkommen“, meinte der Stürmer. Kohfeldt rechnet mit einem „sehr scharfen“ Gegner: „Es ist ein Endspiel. Eine Mannschaft wird lachen, eine Mannschaft wird weinen. Wir wollen am Ende lachen.“

Infos zum Spiel

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Kader Werder Bremen

Pk-Bericht Schalke