In der Bundesliga famos, im Pokal dürftig: Borussia Dortmund zeigte in den beiden nationalen Wettbewerben bisher zwei unterschiedliche Gesichter.

Nach glücklichen und hart erkämpften Siegen über die Zweitligisten Greuther Fürth (2:1) und Union Berlin (3:2) ist der Liga-Primus gewarnt. Ohne eine Leistungssteigerung im Heimspiel gegen Werder Bremen am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) droht dem viermaligen Pokalsieger das zweite Achtelfinal-Aus in Serie. „Wir müssen uns total auf dieses Spiel konzentrieren. Bremen ist immer sehr gut organisiert“, warnte BVB-Coach Lucien Favre.

Sowohl beim Erstrundenspiel in Fürth als auch beim Heimsieg über den 1. FC Union entging der Revierclub einer drohenden Blamage erst in der Verlängerung. Die Erinnerungen an das letzte Pokal-Duell mit den Bremern sind auch nicht die Besten. Schließlich entschied Werder das Achtelfinale im Januar 2009 in Dortmund mit 2:1 für sich. Lieber denken die Borussen an den 4:1-Finalsieg im Jahr 1989 über die Norddeutschen zurück, der für viele noch heute als Fanal einer neuen Vereinsära gilt. „Das war wie ein erster Startschuss für eine bessere Zukunft“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Auf einen Spaziergang in das Viertelfinale können die Dortmunder nicht hoffen. Schließlich steht der Gegner im Ruf, eine Pokalmannschaft zu sein. 28 Mal standen die Bremer im Viertelfinale, zehn Mal im Endspiel und gewannen den Wettbewerb sechs Mal.

Allerdings zeigte die Formkurve in der Bundesliga mit nur zwei Siegen in den vergangenen zwölf Spielen nach unten. Trainer Florian Kohfeldt hofft dennoch auf einen ähnlich couragierten Auftritt seines Teams in Dortmund wie im Dezember: „Wir hatten in der Liga einen guten Auftritt in Dortmund - der endete aber mit 1:2. Die Grundeigenschaft, die wir an diesem Tag gezeigt haben, werden wir auch morgen brauchen: Und das ist Mut!“ Frank Baumann pflichtete dem Coach bei: „Das ist eine große Hürde. Aber das ist auch eine große Chance, wenn morgen ganz Fußball-Deutschland auf uns schaut“, sagte der Bremer Sportchef mit Bezug auf die TV-Übertragung der Partie im Free-TV.

Angesichts der anhaltenden Terminhatz mit vier Spielen gegen Bremen, Hoffenheim, Tottenham und Nürnberg binnen 14 Tagen kündigte der BVB-Coach Favre personelle Veränderung an. „Wir wollen und müssen rotieren. Rotation ist obligatorisch, wenn wir alle drei, vier Tage spielen“, sagte der Fußball-Lehrer. Anders als beim Kraftakt am vergangenen Wochenende in Frankfurt (1:1) könnte Mario Götze wieder in die Startelf rücken und Jokerkönig Paco Alcácer ersetzen. Darüber hinaus hat der von einer Muskelverletzung genesene Ömer Toprak gute Chancen auf ein Comeback in der Innenverteidigung.

Noch keine Option ist Dan-Axel Zagadou. Der Franzose hat zwar erstmals seit Anfang Dezember wieder am Teamtraining teilgenommen, ist aber noch keine Option für die Pokalpartie. „Er ist bald bereit, aber noch nicht fit für Bremen“, sagte Favre.

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