Wolfsburg / DPA  Uhr

Sportchef Jörg Schmadtke vom VfL Wolfsburg ist der Meinung, dass die Verbindung zwischen Trainern und Managern in der Fußball-Bundesliga „wieder enger werden muss“. Das sagte der Geschäftsführer Sport des VfL der „Welt am Sonntag“.

„Ich denke, jeder hätte in seinem Club gern eine Epoche, wie es sie in Bremen einst mit Otto Rehhagel und auch Thomas Schaaf gab“, sagte Schmadtke. Er glaube aber, „Trainer und Manager sind heutzutage nicht mehr so eng verzahnt, wie es sein sollte und wie es mal war. Jeder versucht, seine Dinge so autonom wie möglich umzusetzen.“

Der 55-Jährige kam 2018 nach Stationen bei Alemannia Aachen, Hannover 96 und dem 1. FC Köln nach Wolfsburg. Auch weil das persönliche Verhältnis zwischen ihm und Bruno Labbadia belastet war, entschied sich der Trainer im Frühjahr dazu, den Verein zu verlassen.

„Ich glaube, es gibt einen großen Unterschied hinsichtlich der Auffassung, wer wofür in einem Club zuständig ist“, sagte Schmadtke. In dem Punkt sei das englische Modell für viele das bessere, „weil der Trainer zugleich auch der Manager ist. Hierzulande entstehen gerade auch Reibungen hinsichtlich der Transfers, bei denen Trainer gern mehr mitreden möchten und auch sollen, aber der Manager beziehungsweise Geschäftsführer, der auch die Verantwortung für die Perspektive in einem Club trägt, nicht nur der Umsetzer sein kann.“

Grundsätzlich beklagte Schmadtke im Interview: „Das Rad dreht sich immer schneller. Wir sind immer aufgeregter. Einige Führungskräfte in der Branche verspüren offenbar immer mehr Druck und glauben, dass sie Trainer austauschen müssen, um dem Druck standhalten zu können.“

Schmadtke-Interview hinter einer Bezahlschranke

Zur Person Jörg Schmadtke