Grüße aus Kasan WM-Tagebuch – Zur Sicherheit nachgefragt

Kasan / Armin Grasmuck 28.06.2018

Die Dienste des Busfahrers, der von den Reiseveranstaltern bereits Monate vor der Weltmeisterschaft für eine saftige Gage engagiert wurde, sind ehrlich gesagt keinen Cent wert. Für die acht Kilometer zur Kasan-Arena braucht er fast 90 Minuten. Den Parkplatz findet er erst, nachdem er im weiten Bogen um das Stadion gekreist ist, einmal hin und einmal zurück.

An den Polizisten oder den Soldaten der russischen Armee kann es keinesfalls gelegen haben. Denn das Sicherheitspersonal hält sich bei dieser WM wohltuend zurück. Der Weg in die Arena und hinauf auf die Tribüne ist genauso flott und
locker zu schaffen wie etwa in Stuttgart, wenn der VfB den SC Freiburg empfängt. Die Eintrittskarte wird über ein elektrisches Lesegerät geprüft, große Taschen fahren auf dem Fließband durch einen Röntgen-
apparat, unaufdringlich tasten die zumeist freundlichen Ordner den Gast vom Scheitel bis zur Sohle ab – das war’s.

Vor einem Jahr, als die
deutsche Elf im Rahmen des Confed-Cups in der tatarischen Metropole zu Gast war, bot sich ein anderes Bild. Da war die
Autobahn, die vom Flughafen in die Innenstadt führt, im Kilometertakt gesäumt von staatlichen Sicherheitskräften. Viele trugen Schusswaffen. Kontrollieren sie noch? Oder hat sich die Gefahrenlage entscheidend verbessert? Der Busfahrer zuckt nur mit den Schultern.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel