Grüße aus Kasan WM Tagebuch – Wie Jogi leidet und strahlt

Sotschi / Armin Grasmuck 27.06.2018

Selbstverständlich hat Joachim Löw keinem verraten, was
während und speziell in der Schlussphase der Partie gegen Schweden in ihm vorging – als seine Mannschaft kurz davor war, alles zu verspielen. Der Trainer ist optimistisch bis in die Haarwurzeln. Er hält sich fest an den positiven Gedanken, auch wenn es schwer fällt.

Von der Tribüne aus war, wie auch im Fernsehen, gut zu erkennen, wie leidenschaftlich Löw an der Seitenlinie versuchte, seine Spieler nach vorne zu treiben. Wie er haderte, als sie selbst die besten Möglichkeiten ausließen. Und wie verzweifelt er immer wieder auf die Uhr blickte. Nur noch zehn Minuten. Noch fünf. Nachspielzeit. Sieg in letzter Sekunde. Der Trainer sprang in die Luft und ballte die Fäuste, seine Augen leuchteten wie nach dem WM-Triumph.

Nach dem Schlusspfiff verschwand Löw schnurstracks in der Kabine. Ob er sich ein paar Züge von dem für ihn obligatorischen Zigarettchen danach gönnte oder einfach nur heulte vor Glück? Jedenfalls kam er verhältnismäßig schnell wieder zurück auf den Rasen und herzte Kroos, den Meisterschützen, wie alle anderen Spieler, die sich vor den Tribünen der deutschen Anhänger feiern ließen.

Die dunklen Augenringe, die der Bundestrainer mit zur WM gebracht hatte, wirkten wie von Zauberhand kaschiert. Ein klarer Sieg gegen Südkorea, dann strahlt der Jogi in Bestform.

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