Grüße aus Sotschi WM-Tagebuch – Potzblitz, wann geht’s los?

Sotschi / Armin Grasmuck 25.06.2018

Nach der dramatischen Schlussphase im Stadion zu Sotschi heißt es schnell zusammenpacken. 2:1 gegen Schweden, schön und gut. Aber wie wusste schon der legendäre Bundestrainer Sepp Herberger vor mehr als 50 Jahren: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – weiter geht’s: Um kurz vor 23 Uhr Ortszeit pfeift der Schiedsrichter die Partie ab, um 23.45 Uhr wartet der Bus zum Flughafen und um 1.30 Uhr, tief in der Nacht, soll die Maschine nach Moskau abheben.

Auf der Fahrt ist gut zu sehen, wie der Himmel schwarz wird. Blitze zucken in der Ferne, Donnergrollen. Im Flughafen herrscht die typische Nach-
dem-Spiel-Atmosphäre: Schwedische Fans, leicht zu erkennen in Blau und Gelb, schleichen
mit traurigen Augen durch das Terminal. Die Fluggäste, die Schwarz-rot-gold tragen, sehen kaum munterer aus. Nach Mitternacht fehlt einfach die Kraft, noch ausgelassen zu feiern.

Kribbelig wird es, als die Frau von der Bordkontrolle kommt und seufzt: „Der Abflug wird sich um 20 Minuten verzögern, schwere Unwetter.“ Mancher Fluggast ist auf der Wartebank sitzend eingeschlafen. Andere verkosten zum Zeitvertreib ein Hopfengebräu aus dem Nord-
englischen, das sich in dem speziellen Ambiente selbst an der Schwarzmeerküste erstaunlich authentisch entfaltet. 90 Minuten später als geplant hebt die Maschine ab, der Flug ist ruhig. Ankunft in Moskau: 5.15 Uhr.

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