Aalen Von der eigenen Bugwelleüberholt

Ferdinand Meidert muss in Aalen einen harten Sparkurs fahren. Foto: VfR Aalen
Ferdinand Meidert muss in Aalen einen harten Sparkurs fahren. Foto: VfR Aalen
Aalen / MANUELA HARANT 23.04.2013
So schnell kanns gehen: Der vermeintliche Vorzeige-Aufsteiger VfR Aalen steht trotz sportlichen Erfolgs in der 2. Bundesliga unter Druck.

Der Klassenerhalt ist beim Fußball-Zweitligisten VfR Aalen nur noch Formsache. Doch der Schuh drückt woanders: Fehlplanungen über Jahre, das plötzliche Abspringen von Hauptsponsor Imtech und ein offenbar nicht so glaubwürdiger Ruf bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) haben dazu geführt, dass der Verein in finanzielle Not geraten ist.

Weil der Ostalbklub bis 23. Mai Bürgschaften in Höhe von sechs Millionen Euro nachweisen muss, kann es nicht mehr weitergehen wie bisher, erklärte VfR-Geschäftsführer Ferdinand Meidert gestern bei einer Pressekonferenz. "Wir haben momentan eine nicht einfache finanzielle Situation", sagte der Jurist, der im Dezember 2011 das Geschäftsführer-Amt und den Sitz im Präsidium von Vorgänger Guido Walter übernommen hatte. "Es gibt aber begründeten Anlass zur Zuversicht, dass wir diese erfolgreich meistern."

Der Verein hole sich nun verstärkte Unterstützung bei bestehenden Sponsoren und habe bereits positive Signale von noch nicht engagierten Unternehmen erhalten, dem Klub zu helfen. Genauer wollte sich der Geschäftsführer dazu nicht äußern.

Die Ursachen für die Finanznot liegen laut Meidert aber nicht nur in der Abhängigkeit von seinem einstigen Geldgeber: "Wir haben noch jede Menge Altverbindlichkeiten, die wir bedienen müssen." Der VfR hat über Jahre mit Geld kalkuliert, das er noch nicht eingenommen hatte und schon mehrfach den geplanten Etat überschritten. "Diese Bugwelle überholt uns jetzt." Darum wird der Verein künftig ganz anders wirtschaften: "Hier regiert erstmal nur noch das Finanzielle."

Die Einschnitte sind schon jetzt enorm: Solange die Lizenzbedingungen nicht erfüllt sind, werden weder Verträge verlängert noch neue unterschrieben. Im schlimmsten Fall geht der VfR komplett ohne Verstärkungen in die neue Saison - wenn überhaupt: Denn der Gesamtetat des Vereins wurde bereits von 14,8 auf 12 Millionen Euro reduziert, doch die DFL glaubt dem Verein nach den Verfehlungen der Vergangenheit nicht mehr, dass er sich daran hält. "Es wurden nur 10 Prozent der Einsparungen am Lizenzspieler-Etat akzeptiert. Daher kommt ein Großteil der Liquiditätslücke", so Meidert.

Das Damoklesschwert namens Oberliga schwebt also weiter über dem VfR Aalen. "Wenn wir die Lizenz für die 2. Liga nicht erhalten, wäre die 3. Liga ein finanzielles Debakel. Die höchste für uns bezahlbare Klasse wäre dann die Oberliga." Alles oder nichts heißt es nun also auf der Ostalb - Ausgang offen.

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