Kommentar Wolfgang Scheerer über den neuen VfB-Trainer Viel Arbeit für den Malocher

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Stuttgart/Ulm / swp 09.10.2018

Ein Trainerwechsel früh in der Saison ist schmerzhaft. Läuft es danach, ist alles gut. Läuft es auch dann nicht, bleibt Zeit für einen weiteren Rauswurf und den nächsten Neustart. Die VfB- Führung sah sich dazu seit 2009 sogar schon zweimal gezwungen. Markus Weinzierl jedenfalls weiß als 14. Trainer in zehn Jahren seit der Entlassung von Meistercoach Armin Veh 2008, worauf er sich einlässt.

Nur der HSV hat in diesem Zeitraum mehr Trainer verschlissen – 18. Die Hamburger sind aktuell dort gelandet, wo der VfB nach dem Absturz 2016 aufschlug: in der zweiten Liga. Gerade jetzt, im 125. Jahr des Vereinsbestehens, soll es nicht wieder soweit kommen. Tayfun Korkut mit seiner betont defensiven Spielweise wurde eine Trendwende nicht mehr zugetraut. Nun bekommt Weinzierl die Chance. Dass eine längere Auszeit, wie er sie hinter sich hat, nicht unbedingt schadet, zeigt Thomas Tuchels Erfolgsbeispiel bei Paris St. Germain.

Die Stuttgarter können sich sicher sein, dass Weinzierl hoch engagiert an die neue Aufgabe herangeht. Er gilt ohnehin als fleißiger Malocher. Und der wird zeigen wollen, dass das sportliche Fiasko bei Schalke 04 nicht ihm allein anzulasten ist. Obwohl dort ein klares Spielkonzept vermisst wurde und das Verhältnis zum Team als ziemlich angekratzt galt. In Stuttgart geht es auch um seinen guten Ruf. Je länger er sich hält, desto besser für beide Seiten.

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