Kommentar Armin Grasmuck über den modifizierten Videobeweis Videobeweis: Neues Chaos droht

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Armin Grasmuck 02.08.2018

Der Videobeweis ist und bleibt der Aufreger im professionellen Fußball – auch wenn sich die Verbände und ihre Regelhüter gerade daran machen, diese als „Hilfsmittel“ angepriesene, seit ihrem ersten Einsatz im vergangenen Sommer jedoch höchst umstrittene Technik etwas aufzuhübschen.

Elfmeter oder nicht? Abseits? Rote Karte? Strittige, weil spielentscheidende Szenen, über die der Schiedsrichter erst nach Ansicht der Fernsehbilder befinden möchte, sollen ab sofort in kleinen Texten auf den riesigen Bildschirmen im Stadion und auch im Fernsehen erläutert werden. Die Verbandsoberen versprechen sich davon mehr Transparenz für die Zuschauer.

In der Praxis heißt es jedoch: Die Anhänger in der Arena müssen von nun an genau wie die Fans, die vor dem Fernseher mit­fiebern, jetzt erst einmal nach­lesen, um entscheiden zu können, ob sie mit ihrem Klub ­jubeln können oder trauern müssen – nachdem sie lange ­Minuten gewartet haben, bis der Schiedsrichter, der sich die heiklen ­Fälle aus allen Kamerawinkeln auf dem Bildschirm ­anschaut, sein Urteil fällt.

Das einfache Spiel und das leicht verständliche Regelwerk, das den Fußball rund um den Globus so populär macht, bleiben auch durch die vermeintliche Reform des Video­beweises stark behindert. Das nächste Chaos scheint durch die schriftlichen Botschaften auf der Mattscheibe vorgezeichnet.

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