Kritik und Verunsicherung Videobeweis: Hoeneß beklagt „Slapstick“ - Lösung oder weg

Uli Hoeneß (l) und Karl-Heinz Rummenigge hadern mit der Umsetzung des Videobeweises in der Bundesliga. Foto: Sven Hoppe
Uli Hoeneß (l) und Karl-Heinz Rummenigge hadern mit der Umsetzung des Videobeweises in der Bundesliga. Foto: Sven Hoppe © Foto: Sven Hoppe
München / DPA 27.08.2018

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat die Zustände rund um den Videobeweis am ersten Spieltag der Fußball-Bundesliga als „Slapstick“ bezeichnet.

Der 66-Jährige forderte in München dringend Verbesserungen beim Einsatz der Video-Assistenten im Kölner Keller und bei den Schiedsrichtern in den Bundesligastadien.

„Wenn das so weitergeht, werden die Spiele künftig zwei Stunden dauern. Da wird man sich eine Lösung einfallen lassen müssen“, sagte Hoeneß. Wenn keine Besserung eintrete, solle man es „lieber ganz sein lassen“, sagte der Präsident des deutschen Rekordmeisters.

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge empfahl am Rande eines Termins in der Münchner Allianz Arena dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), sich „ausnahmsweise“ am Weltverband FIFA zu orientieren. Bei der Weltmeisterschaft in Russland habe der Videobeweis funktioniert. „Die FIFA war hier ein gutes Beispiel.“ Rummenigge forderte den DFB dazu auf, ganz klar festzulegen, „wann der Video-Assistent in Köln eingreift“.

Auch der deutsche WM-Rekordschiedsrichter Markus Merk hat die Umsetzung des Videobeweises in der Fußball-Bundesliga kritisiert. „Wir werden mit dem #VAR und den Regularien leben müssen. Aber: so umgesetzt macht er das Spiel nicht gerechter, sondern willkürlicher und zerstört es“, twitterte der 56 Jahre alte Ex-Referee und Sky-Experte. „Wer nicht versteht, dass er Assistent ist, ist für den Job ungeeignet. Tiefpunkt!“

DFB-Präsident Reinhard Grindel zeigt sich mit der Arbeit der Videoassistenten am ersten Spieltag der Fußball-Bundesliga unzufrieden. „Sie haben ohne Grundlage eingegriffen“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beim „Sport-Bild-Award“ in Hamburg. „Ich hoffe, dass das am zweiten Spieltag so kommt. Es sind Videoassistenten und keine Videoschiedsrichter.“

Der Videobeweis hatte am ersten Bundesligaspieltag gleich bei mehreren Partien wieder für viele Diskussion gesorgt. Spieler und Trainer schimpften und spotteten über den Assistenten im Kölner Video-Keller, die Schiedsrichter auf dem Rasen agierten zudem verunsichert.

RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff warnte davor, den Videobeweis gleich abzuschreiben. „Es ist sicherlich nicht optimal gelaufen. Wir hatten uns das nach der WM besser erhofft“, sagte er bei der Veranstaltung. „Aber jetzt alles in Frage zu stellen, ist sicher zu früh.“ Ähnlich sah es Bayern Münchens Trainer Niko Kovac: „Es hat nicht so funktioniert, aber es war der erste Spieltag. Wir haben noch 33.“

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