Themen in diesem Artikel

VfB Stuttgart
Stuttgart / lsw Das 1:1 bringt im Abstiegskampf weder den VfB Stuttgart noch den 1. FC Nürnberg wirklich weiter. Die Schwaben halten immerhin den Abstand auf den Verfolger. Ansonsten können die beiden Trainer mit dem Punktgewinn nicht viel anfangen.

Nicht mal die Jobgarantie seines Vorgesetzten sorgte bei Markus Weinzierl für Freude. „Ich habe das jetzt nur nebenbei mitbekommen“, sagte der Trainer des VfB Stuttgart nach dem 1:1 (0:1) im Kellerduell mit dem 1. FC Nürnberg. VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger hatte zuvor bei Sky verkündet, trotz des erneut verpassten Sieges mit dem Coach weitermachen zu wollen: „Wir ziehen das jetzt hier durch - gemeinsam.“ Weinzierl aber war die Enttäuschung über das Remis vom Gesicht abzulesen.

Auch sein Nürnberger Kollege Boris Schommers haderte mit „zwei verlorenen Punkten“. „Wir hätten, glaube ich, heute hier einen Auswärtssieg verdient gehabt“, sagte er.

Tatsächlich waren die Franken dem Erfolg am Ende näher als die über weite Strecken schwachen Schwaben. Matheus Pereira (42. Minute) hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht, VfB-Verteidiger Ozan Kabak (75.) sorgte für den Ausgleich der Gastgeber. Allerdings war zuvor über zwei Minuten vom Videoassistenten geprüft worden, ob dem Treffer des Türken eine Abseitsstellung von VfB-Angreifer Anastasios Donis vorausgegangen war. „Das braucht kein Mensch“, kritisierte Weinzierl das lange Bangen. „Wenn du in so einer Situation verantwortlich bist für eine Mannschaft, dann hast du zwei Herzinfarkte.“

Die Schwaben bleiben nach dem Remis auf dem Relegationsplatz und halten den Vier-Punkte-Abstand auf die Nürnberger auf dem vorletzten Rang. Allerdings beträgt auch der Rückstand auf den FC Augsburg auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz vier Punkte - und die Augsburger spielen am Sonntag noch daheim gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Mut für die nächsten Aufgaben machte der VfB-Auftritt nicht. Dabei hatte Weinzierl eine äußerst offensive Aufstellung aufgeboten: Mario Gomez, Donis, Steven Zuber und Alexander Esswein stürmten gleichzeitig, zu mehr Durchschlagskraft verhalf das Offensivquartett den kriselnden Schwaben aber auch nicht. Die Nürnberger standen defensiv sicher und die Gastgeber suchten verzweifelt nach Lücken im Abwehrverbund.

Leidgeprüfte VfB-Fans

Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kamen beide Teams zu ihren ersten größeren Chancen. Zunächst scheiterte Stuttgarts Marc-Oliver Kempf (34.) mit einem Kopfball an der Latte, fünf Minuten später lenkte VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler einen Flachschuss von Pereira an den Pfosten. Kurz darauf machte es der 22-jährige Brasilianer besser: Nachdem ein abgefälschter Kopfball von FCN-Kapitän Hanno Behrens an die Latte geprallt war, verwertete Pereira den Abpraller per Kopf aus kurzer Distanz zur Führung.

Die leidgeprüften Fans des VfB hatten spätestens dann genug. Schon beim Gang in die Halbzeitpause bedachten sie ihre Mannschaft mit einem lautstarken Pfeifkonzert. Der Unmut war die Quittung für einen mut- und ideenlosen Auftritt von Weinzierls Team. Auch die Hereinnahme von Daniel Didavi und Nicolas Gonzalez belebte das Spiel der Schwaben nicht wirklich.

Erst in der Schlussphase wachten die Gastgeber auf. Nach einer Flanke in den Strafraum landete der Ball beim aufgerückten Verteidiger Kabak, der aus kurzer Distanz zum Ausgleich einschob. Im Anschluss begann der VfB plötzlich auf Sieg zu spielen. Dadurch ergaben sich aber auch für den FCN Räume, die den Stuttgartern fast noch ein bitteres Ende beschert hätten. Der eingewechselte Virgil Misidjan (90.) scheiterte jedoch kurz vor Abpfiff am erneut starken Zieler.

Das könnte dich auch interessieren:

Mit einer meisterlichen Machtdemonstration ist der FC Bayern zurück an die Spitze der Fußball-Bundesliga gestürmt.