Nach Benjamin Pavard ist der sonnengebräunte Hasan Salihamidzic gar nicht gefragt worden. Doch nun war es endlich so weit: Nur zu gern verkündete er den ersten großen Bayern-Transfer für den Umbruch im Sommer. Der Münchner Sportdirektor lehnte sich im Trainingslager in Doha/Katar im roten Sessel vor und lächelte, als er jetzt vom Fünfjahresvertrag für den französischen Weltmeister berichtete.

Defensiv-Allrounder Pavard kommt zur nächsten Saison wie erwartet für die festgeschriebene Ablöse von 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart. „Er ist ein junger Spieler und Weltmeister. Wir sind sehr froh und stolz, dass wir einen solchen Spieler für den FC Bayern gewinnen konnten“, sagte Salihamidzic über den 22-Jährigen. Als Bundesliga-Absteiger hatte der VfB den Verteidiger am 30. August 2016 in letzter Minute für die Zweitliga-Saison vom OSC Lille geholt. Er erhielt einen Vertrag bis 2020 (im Dezember 2017 bis 2021 verlängert). Es war der Beginn einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte, die über die sofortige Erstliga-Rückkehr bis in die „Equipe Tricolore“ führte, gekrönt vom WM-Titel 2018.

Der Pavard-Transfer ist für die Stuttgarter ein Rekordgeschäft. Für 30 Millionen Euro war Torjäger Mario Gomez 2009 zu den Bayern gewechselt.

Aktuell wegen seines Muskelbündelrisses im Oberschenkel außer Gefecht, deutet vieles darauf hin, dass Benjamin Pavard nicht nur den Rückrunden-Auftakt am 19. Januar gegen Mainz verpasst, sondern auch das Duell mit seinem künftigen Klub FC Bayern am 27. Januar. Er ist vom 1. Juli an neben Corentin Tolisso der zweite französische Weltmeister bei den Münchnern und trifft außerdem auf Landsmann Kingsley Coman. Franck Ribéry trägt das Bayern-Trikot kommende Saison aller Voraussicht nach nicht mehr.

Grundsätzlich dürften alle Beteiligten froh sein, dass die Personalie jetzt offiziell ist. Pavard schien der Riesenwirbel nach dem WM-Triumph deutlich zu belasten. Auch die emporgeschnellten sportlichen Erwartungen im Umfeld des VfB konnte er nicht erfüllen. Die von ihm bekannte Souveränität litt, die Leichtigkeit war weg. In München ist nun ein Neustart unter extrem guten Bedingungen und forderndem Konkurrenzkampf möglich.

Noch nicht ganz über die Bühne gebracht ist die geplante Verpflichtung von Callum Hudson-Odoi (FC Chelsea). Ein Angebot von 30 Millionen Euro liegt für den erst 18-jährigen Flügelstürmer auf dem Tisch.

Hoffenheimer Zuber kommt auf Leihbasis


Der Schweizer Nationalspieler Steven Zuber, 27, von 1899 Hoffenheim wechselt bis Saisonende auf Leihbasis zum VfB Stuttgart. Eine anschließende Kaufoption für den Mittelfeldspieler wurde nicht vereinbart. In Hoffenheim steht Zuber noch bis zum Sommer 2020 unter Vertrag. Weil er sich am Dienstag im Training noch eine leichte Kapselverletzung im Sprunggelenk zuzog, reist er nicht mehr ins VfB-Trainingslager nach La Manga.