Stuttgart/Paderborn VfB Stuttgart: Das große Zittern

Kreis des Vertrauens: Unmittelbar nach dem Sieg gegen den Hamburger SV schwor sich die Mannschaft des VfB schon aufs Endspiel in Paderborn ein.
Kreis des Vertrauens: Unmittelbar nach dem Sieg gegen den Hamburger SV schwor sich die Mannschaft des VfB schon aufs Endspiel in Paderborn ein. © Foto: Eibner
Stuttgart/Paderborn / WOLFGANG SCHEERER 23.05.2015
Dieses Liga-Finale mobilisiert die letzten Kräfte: 50 Schornsteinfeger sollen dem SC Paderborn Glück bringen. Der VfB Stuttgart könnte dort am heutigen Samstag mit einem Sieg den zweiten Abstieg nach 1975 abwenden.

Es ist der Tag des großen Zitterns. Rund 1700 VfB-Fans haben sich auf den weiten Weg gemacht. Irgendwo oben links hinter Kassel, da liegt Paderborn. In Ostwestfalen können sich die Stuttgarter heute mit einem Sieg retten - oder bei einer Niederlage direkt aus der Fußball-Bundesliga absteigen.

Doch an Abschied ist nicht gedacht. Bereits vergangene Saison hat Trainer Huub Stevens den VfB im Abstiegskampf gerettet, nun setzen die Stuttgarter wieder auf die Erfahrung des 61-Jährigen.

Die Stuttgarter haben mit zuletzt zwei Heimsiegen immerhin deutlich Selbstbewusstsein getankt und auch die "Affen-Affäre" des Trainers mit Humor verdaut. Im Kellerduell gegen Hamburg (2:1) wandelten die VfB-Profis den Wirbel um die Trainingsbeschimpfungen sogar in einen Energieschub um.

Auch wenn bei der Chancenverwertung die Nerven oft einen Strich durch die Rechnung machen, die Stuttgarter Offensive hat aktuell einen Lauf - und Gegner Paderborn in der Liga die meisten Gegentore kassiert (63). Optisch auch ein Problem: Auswärts hat der VfB dieses Jahr selten einmal überzeugt. 2015 gab's noch keinen Sieg, nur zwei Unentschieden und zuletzt sogar vier Auswärtspleiten in Serie. Der letzte Erfolg in fremden Stadien war am 16. Dezember 2014 gelungen - beim 1:0 in Hamburg. Heute geht es von 15.30 Uhr an in der Fußball-Bundesliga um alles oder nichts, um Sein oder Nichtsein, hopp oder top?

SC Freiburg

14. Platz - 34 Punkte

Tordifferenz -10

Abstieg im Fall einer Niederlage bei Hannover 96, wenn der VfB Stuttgart in Paderborn und der Hamburger SV gegen Schalke 04 gewinnen.

Hannover 96

15. Platz - 34 Punkte

Tordifferenz -17

Abstieg bei einer Niederlage gegen den SC Freiburg, wenn der VfB und der HSV siegen. Oder: Bei einer Niederlage gegen Freiburg ab zwei Toren Unterschied, wenn der VfB unentschieden spielt und die Hamburger die Schalker bezwingen..

VfB Stuttgart

16. Platz - 33 Punkte

Tordifferenz -19

Abstieg im Fall einer Niederlage beim SC Paderborn. Oder: Bei einem Unentschieden in Paderborn, wenn der HSV gewinnt und Hannover gegen Freiburg nicht verliert. Oder auch im Fall eines Unentschiedens in Paderborn, wenn der Hamburger SV die Schalker bezwingt und Freiburg mit einem Tor Unterschied bei Hannover 96 gewinnt.

Hamburger SV

17. Platz - 32 Punkte

Tordifferenz -27

Abstieg bei einer Niederlage oder einem Remis gegen Schalke. Oder: Bei einem Sieg gegen Schalke, wenn der VfB gewinnt und Hannover gegen Freiburg unentschieden spielt.

SC Paderborn

18. Platz - 31 Punkte

Tordifferenz -33

Abstieg bei einer Niederlage oder einem Remis gegen den VfB. Oder: Im Fall eines Sieges gegen den VfB, falls auch der HSV gewinnt.

In diesem hochspannenden Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga könnte es am Ende sogar auf einen direkten Vergleich ankommen. Sollte etwa der VfB in Paderborn 0:0 spielen und Hannover mit 2:4 gegen den SC Freiburg verlieren, wären Stuttgart und Hannover punkt- und torgleich: mit dann 34 Zählern und 40:59 Treffen.

In einem solchen Fall würde die Deutsche Fußball Liga (DFL) dann grundsätzlich diese Kriterien zur Entscheidung heranziehen: Das Gesamtergebnis aus Hin- und Rückspiel im direkten Vergleich, die Anzahl der auswärts erzielten Tore im direkten Vergleich, die Anzahl aller auswärts erzielten Tore und als letzte Möglichkeit ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz.

Ganz so weit käme es im hier konstruierten Fall VfB Stuttgart/Hannover 96 nicht. Denn die Stuttgarter würden sich bereits damit durchsetzen, dass sie den direkten Vergleich mit den Hannoveranern gewonnen haben (1:0/1:1).

Berliner Rechenspiele

Hertha BSC Der Tabellendreizehnte (35 Punkte/Tordifferenz -15) kann, wenn es ganz schlecht läuft, noch in die Relegation rutschen. Beim Spiel in Hoffenheim retten sich die Berliner mit einem Sieg, Unentschieden oder sogar einer Niederlage mit einem Tor Differenz direkt. In die Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten (aktuell der Karlsruher SC) am 28. Mai und am 1. Juni müsste die Hertha bei einer Niederlage mit zwei Toren Differenz, wenn gleichzeitig Hannover und Freiburg unentschieden spielen und der VfB Stuttgart in Paderborn gewinnt.

SWP